Was man unbedingt über unsere Patenschaften wissen muss :

Wir wären sehr glücklich Sie als Pate oder Patin bei TATIT willkommen heissen zu dürfen, aber bitte lesen Sie genau was folgt, bevor Sie sich dazu entschliessen.

Wir unterstützen zwei Gruppen von Patenkindern :

1) Junge Nomaden, die in Tahoua zur Schule gehen :
Mit den Patenschaftsbeiträgen übernehmen wir die Schulkosten in einer privaten Schule, den leider notwendigen Nachhilfeunterricht, die Unterkunft in unserem Haus, die Verpflegung, die Bekleidung und die medizinische Versorgung des Patenkindes. Unsere Schüler haben alle zwei Paten und Patinnen damit wir alle Kosten decken können. Leider ist es uns nicht möglich mehr als zehn Kinder aufzunehmen und für den Moment haben alle zehn schon Paten und Patinnen.
2) Die Busch-Patenkinder :
Diese Kinder und Jugendlichen leben mit ihren Eltern, die Viehzüchter und Nomaden sind. Sie können nicht zur Schule gehen. Da diese Familien sehr arm sind und fast keine Tiere haben, kaufen wir für sie Ziegen, Schafe und Kamele, damit unsere Patenkinder später Besitzer einer eigenen Herde sein können.
Die Hälfte der Patenschaftsbeiträge wird jeden Monat nach Tahoua überwiesen um den Familien der Patenkinder den Kauf von Nahrungsmitteln, Kleidung und, wenn nötig, die medizinische Versorgung zu ermöglichen.
Die andere Hälfte bleibt auf dem Konto von TATIT in Frankreich für den periodischen Kauf von Tieren für eine eigene Herde.

Kann man seinem Patenkind schreiben, Geschenke schicken oder/und es besuchen ?

Wir verstehen den Wunsch vieler Paten und Patinnen mit ihrem Patenkind in Briefkontakt stehen und es besuchen zu wollen. Falls das für Sie sehr wichtig oder sogar massgebend sein sollte, müssen wir Sie leider enttäuschen : bei uns wird das nicht möglich, oder zumindest schwer realisierbar sein.

Die Buschpatenkinder : Die Tuareg der Sippe von Bagga sind alle Nomaden, sie haben dementsprechend keine fixe Adresse. Oft nomadisieren sie fern von den Strassen und Pisten in schwer zugänglichen Gebieten, die so gross wie ein deutsches Bundesland sind! Es ist meistens schwierig- und für fremde Besucher sogar unmöglich - genau zu wissen wo sie sich gerade befinden und zu ihnen zu gelangen. Ausserdem sind alle Mitglieder dieser Familien Analphabeten, unsere Buschpatenkinder können also weder lesen noch schreiben. Auch wenn sie dazu fähig wären würden sie in diesen Gebieten weder Briefpapier noch Umschläge finden...und auch kein Postbüro ! Ganz abgesehen von der Tatsache dass für sie der Kauf von Briefmarken eine grosse Ausgabe bedeuten würde ...
Die Schüler von Tahoua : während des Schuljahres leben sie in der Kreisstadt Tahoua, aber für die Schulferien kehren sie zu ihren Familien zurück und nomadisieren mit ihnen weit entfernt im Busch. Briefpapier, Umschläge und vor allem Briefmarken nach Europa sind in Tahoua sehr teuer und wir können es uns nicht leisten den Briefverkehr unserer Patenkinder mit ihren Paten und Patinnen in Europa zu finanzieren. Zudem wollen wir verhindern dass die Patenkinder in einem direkten Briefverkehr ihre Paten um Geschenke bitten, da sie annehmen dass alle Europäer reiche Leute sind. Wir sagen ihnen dass dies nicht der Fall ist, und dass ihre Paten schon sehr viel für sie tun indem sie ihre Schulkosten und ihre Verpflegung in Tahoua finanzieren.

Wie bekommen die Paten und Patinnen Nachrichten und Bilder von ihren Patenkindern ?

Während jeder ihrer Reisen besucht die Vorsitzende, sofern möglich, mit ihrem Mann alle Patenkinder und ihre Familien. Sie bringt für deren Paten und Patinnen Fotos und sogar Videofilme mit, damit sie ihr Patenkind in seinem gewohnten Umfeld leben und aufwachsen sehen können. Leider ist es nicht jedes Mal möglich ALLE Familien zu besuchen, denn einige nomadisieren manchmal fern von den anderen in schwer zugänglichen Gebieten. Es kann vorkommen dass mehrere Tage nötig sind um sie mit dem Geländewagen finden und besuchen zu können. Die Vorsitzende und ihr Mann tun ihr Bestmögliches, sie können aber leider nicht garantieren dass jeder Pate und jede Patin nach jeder Reise Bilder von seinem Patenkind bekommen kann.
Man kann der Vorsitzenden Briefe und eventuell kleine (leichte !) Geschenke für das Patenkind mitgeben. Die Schüler von Tahoua können ihre Post selber lesen (allerdings nur in französischer Sprache, deutsche Briefe werden von der Vorsitzenden übersetzt), den Buschpatenkindern wird sie von der Vorsitzenden vorgelesen. Sie nimmt auch Briefpapier und Umschläge mit, damit die Schüler von Tahoua während ihres Aufenthaltes ihren Paten und Patinnen schreiben können. Diese Briefe werden dann nach ihrer Rückkehr aus Niger mit Fotos vom Patenkind von Frankreich aus abgeschickt.

Wieviel kostet eine Patenschaft und wie kann man sie zahlen ?

Der Basisbetrag für eine volle Patenschaft ist 30 €, aber wenn Paten und Patinnen mehr geben können und wollen, sind wir ihnen dafür sehr dankbar. Wir akzeptieren auch halbe Patenschaften von 15 € minimum, vorausgesetzt dass sich zwei Paten oder Patinnen zusammen melden mit dem Wunsch gemeinsam ein Patenkind unterstützen zu wollen.
Für Banküberweisungen auf unser Konto werden von der Bank Spesen verlangt, aber wenn man die Überweisungen selber via Online-Banking macht, sind diese aus den E. U.- Ländern unseren Informationen nach kostenfrei. Anfang des Jahres bekommt jeder Pate und Patin für die einbezahlten Beträge des vergangenen Jahres eine Spendenbescheinigung. In Frankreich können 60 % dieser Beträge von den Steuern abgezogen werden. Wir können leider keine Auskunft darüber geben wie es in der Schweiz, Deutschland und Österreich aussieht und müssen es dementsprechend den ausländischen Paten und Patinnen selber überlassen sich bei ihrem zuständigen Finanzamt zu informieren.

Muss man sich für eine bestimmte Dauer verpflichten?

Nein, die Paten und Patinnen sind frei aufzuhören wann es ihnen passt. Wir verlangen nur dass sie uns vor dem Ende der Zahlungen informieren, damit wir für das Patenkind eine neue Patenschaft suchen können.
Falls eine Patin oder ein Pate einen finanziellen Engpass hat, sorgt ein „Reserve-Fond“ für die Weiterzahlung der Patenschaftsbeiträge bis sie sie wieder selber übernehmen können. Wir verlangen dafür nur rechtzeitig informiert zu werden.

Kleine Schlussbemerkung :
Wir haben 1997 unsere Patenschaften in die Wege geleitet um die ersten Nomadenkinder in Tahoua zur Schule schicken zu können, und alle unsere ersten Paten und Patinnen sind uns bis heute treu geblieben. Viele neue Paten und Patinnen haben sich in der Zwischenzeit zu ihnen gesellt und auch ihnen sind wir für ihre Treue und ihre Zuverlässigkeit sehr dankbar. So möchten wir auch in der Zukunft nur ebenso zuverlässige Paten und Patinnen empfangen, deren Hauptmotivation das Wohl und die Zukunft der Nomadenkinder ist, und nicht eventuelle Ferienpläne vor Ort oder Hintergründe kommerzieller oder religiöser Art (leider müssen wir das erwähnen weil wir mit solchen Fällen konfrontiert wurden).