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September 2007

Letzter Brief der Vorsitzenden : März 2008
Bericht meiner Reise nach Niger (24.Januar-19.Februar 2008)
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Ich hatte vor dieser Reise einige Bedenken. Die Tuareg-Rebellion, die vor einem Jahr im Norden des Landes ausgebrochen ist, verursacht eine angespannte Stimmung. Es sind Bomben, die Tote und Verletzte verursachten, auch in anderen Landesteilen explodiert, unter anderem in Tahoua und Niamey. Daher war zu befürchten, dass dies nicht nur eine zunehmende gegenseitige Feindseligkeit der verschiedenen Bevölkerungsgruppen mit sich führen würde, sondern auch eine zunehmende Verbitterung gegenüber den Franzosen, da die französische Firma AREVA der wichtigste Betreiber der Minen und Käufer des nigrischen Uraniums, eine der Ursachen der Rebellion, ist. Aber die große Mehrheit des nigrischen Volkes wünscht, dass alle Bevölkerungsgruppen in Frieden zusammenleben können. So habe ich weder in Niamey, noch in Tahoua und Bagga eine veränderte, feindlichere Haltung wahrnehmen können. Mein Aufenthalt verlief daher so problemlos wie üblich. Allerdings sorgten die alarmierenden Nachrichten aus dem Norden, die Verlängerung des Notstandes und die vielen Militärtruppen die man in Richtung Norden ziehen sah, für eine gespannte Stimmung bei den Gesprächen rund um den traditionellen Tee.

Aus dem nigrischen Alltag :

Neben der Tuareg-Rebellion sind es die ständig steigenden Preise, die die nigrische Bevölkerung beunruhigen. Jetzt fängt auch die heiße Trockenzeit an, und der Beginn der Regenzeit, also der nächsten Getreidesaat, liegt noch in weiter Ferne (Anfang Juni, wenn alles gut geht). Viele Familien sehen mit Bange die heikle Zeit vor der nächsten Ernte näher rücken. Dann werden nämlich die letzten Getreidesäcke der letztjährigen Ernte zu Höchstpreisen angeboten. Die Ärmsten, die aus Geldmangel keine Vorräte besitzen, werden sie sich kaum leisten können.

Das «Handy» setzt seinen Siegeszug fort. Da die vier zur Auswahl stehenden Netze (Celtel, Sahelcom, Telecel und Dogonay) oft überfordert sind, haben viele Nigrer zwei Handies mit verschiedenen Netzen, damit sie sicher sein können im Notfall durchzukommen. Diese Handies funktionieren mit Karten, die überall entlang der Strassen angeboten werden. Die billigste kostet 0,30 Euro.

Es mag für uns Europäer schockierend sein, dass in einem der ärmsten Länder der Welt, wo viele Menschen nicht einmal das Lebensnotwendigste haben, nun jeder ein Handy besitzen will. Aber man muss bedenken, dass bis jetzt in einem Land, das fast dreimal so groß ist wie Frankreich, für die große Mehrheit der Bevölkerung keine schnelle Kommunikationsmöglichkeit vorhanden war. Auch gibt es viele Nigrer die in der Hauptstadt oder im Ausland leben und mit ihren Familienmitgliedern im Busch in Kontakt bleiben wollen. Bis jetzt mussten diese oft einen weiten Weg in Kauf nehmen, um in der Stadt an ein öffentliches Telefon zu gelangen, oder einen befreundeten Stadtbewohner und glücklichen Besitzer eines Telefonanschlusses zu besuchen. Letztere wurden dann mit Anrufen, die nicht ihnen galten, überschüttet. Oft warteten die Leute vor deren Tür auf abgesprochene Anrufe, oder riefen kurz nach Übersee an, damit zurückgerufen wird. Nicht selten hatte der Telefonbesitzer mehr Gebühren wegen der Besucher als für sich selbst. Nun kaufen die ausgewanderten Familienmitglieder ihren Leuten in der Heimat ein Handy, diese versehen es mit der billigsten Karte, und können somit jederzeit und bequem angerufen werden.

TAHOUA

Nördlich von Tahoua beginnt der so genannte Norden Nigers. Normalerweise wird diese Straße, die von der Hauptstadt nach Agadez führt, von vielen Touristenfahrzeugen benutzt, aber nun sind die Touristenagenturen in diesem Gebiet wegen der Unruhen geschlossen, und die Touristen sind sehr selten geworden. Aber diese Straße, auch „Uraniumstraße“ genannt, wird rege von einheimischen Bussen und Buschtaxis befahren, und auch die Lastwagen verkehren normal.

Ich habe alle unsere Schüler fleißig bei der Arbeit gefunden. Nach der Schule besuchen die meisten zusätzlich einen privaten Nachhilfeunterricht; da bleibt recht wenig Freizeit übrig, aber er ist leider für die Buschkinder unerlässlich wenn sie in der Schule mithalten wollen, außer sie sind sehr begabt, aber das ist bei uns nur für Assa der Fall. Am Wochenende finden trotzdem die meisten von ihnen genügend Zeit, um ihre Familien im Camp für einige Stunden besuchen zu gehen.

Assa ist der einzige unserer Schüler der die «mittlere Reife» im zweiten Anlauf bestanden hat. Nun ist das Abitur sein nächstes Ziel. Mohamed, Ekam und Djamila mussten die Schule wechseln, denn in der «Scheich Hamdan» Sekundarschule ist kein drittes Wiederholen einer Klasse erlaubt. Nun versuchen sie die Prüfung in einem anderen Gymnasium doch noch zu schaffen. Ich konnte Assa den tragbaren Computer mitbringen, den ich ihm für seinen Erfolg bei der Prüfung versprochen hatte...aber er wird nicht der einzige Benutzer sein, denn alle Schüler, sogar die jüngsten, wollen lernen damit umzugehen. In den meisten Stadtschulen stehen nun den Schülern Computer zur Verfügung und bald wird es hier genauso wichtig sein wie bei uns die Informatik zu beherrschen, wenn man eine Stelle sucht. Assa möchte daraus seinen Beruf machen, was uns angesichts seiner intellektuellen Fähigkeiten für ihn geeigneter erscheint als sein vorheriger Wunsch, Automechaniker zu werden.

Mohamed, Ekam und Djamila haben trotz ihrer Bemühungen nur mittelmäßige Noten. Ekam will immer noch Zöllner werden, ein Ziel das er seit der Primarschule verfolgt. Djamila möchte Krankenschwester werden, und falls sie die «mittlere Reife» schlussendlich besteht, wird sie in Tahoua, in der ganz neuen „medizinischen Berufsschule“ ihren Wunsch verwirklichen können. Nur Mohamed hat noch keine Entscheidung getroffen.

Mussa und Bila, in der dritten Sekundarschulklasse, spüren noch keinen Prüfungsstress, aber nächstes Jahr sind sie für die „ mittlere Reife“ an der Reihe. Mussa zeigt wenig Interesse für das Lesen und das Schreiben, er fühlt sich mit den Zahlen wesentlich wohler und möchte Kaufmann werden....oder Mechaniker, denn er ist handwerklich sehr begabt. Bila begeistert sich für Geographie, Geschichte und Naturwissenschaften. Er kann es jedes Mal kaum erwarten die Bücher zu entdecken, die ich aus Frankreich mitbringe, denn meistens ist eine Enzyklopädie als Geschenk für ihn dabei, und er nutzt meine Gegenwart um viele Fragen zu stellen.

Yussuf und Adamu haben die Eintrittsprüfung in die Sekundarschule bestanden und sind sehr stolz darauf. Dieser Erfolg scheint sie zu beflügeln, denn sie können nun alles gut lesen, was letztes Jahr noch nicht der Fall war. Sogar schreiben können sie nun besser, obwohl die Fortschritte in diesem Gebiet weniger bemerkenswert sind.

Ich weiß dass es für sie nicht einfach ist in einer Sprache unterrichtet zu werden, die nicht ihre Muttersprache ist. Und ich bin immer wieder entsetzt wenn ich in ihren Schulheften die für sie total unangepassten Sätze sehe, die sie auswendig lernen ohne deren Bedeutung zu verstehen. Meistens wäre sogar ich nicht imstande zu erklären was konkret damit gemeint ist...obwohl französisch meine Muttersprache ist, und mein Bildungslevel weit über den ihrer Klasse geht.

Sogar Albacharet, die einzige die noch die Primarschule besucht, kann nun im vierten Jahr endlich einigermaßen korrekt einen einfachen Text lesen. Allerdings hat sie, sobald es für sie schwieriger wird, immer noch die schlechte Angewohnheit, die Worte zu raten, anstatt zu versuchen die Buchstaben zu entziffern. Auch für sie ist der Umgang mit Zahlen wesentlich leichter.

Bassiru, ein junger Haussa aus Bagga, ist immer noch ein Mitglied unserer Schülergruppe, obwohl er nicht zu den Patenkindern gehört. Und Mustafa setzt seinerseits sein Studium in Nigeria fort.

Eigentlich wollte ich unsere Patenkinder in ihren Schulen filmen und fotografieren, so wie ich es vor zwei Jahren problemlos in der „Scheich Hamdan“Sekundarschule gemacht hatte. Aber angesichts der angespannten politischen Lage verzichtete ich lieber darauf mich in der Stadt mit Film- und Fotokameras zu zeigen, um nicht die Aufmerksamkeit auf unsere Patenkinder zu lenken, da diese für sie, je nach der Entwicklung der Ereignisse, negative Auswirkungen haben könnte.

BAGGA

Es sind im nahen Dorf Arbeiten für eine Bohrung vorgesehen, die die ganze Umgebung mit Trinkwasser versorgen soll. Die Bevölkerung muss sich finanziell an dem Projekt beteiligen; aus Solidarität wird sogar von den Leuten, die nicht mehr in der Gegend wohnen aber hier noch Familienmitglieder haben, ebenfalls eine Beteiligung erwartet.

Wir holen unser Trinkwasser aus unserer eigenen Bohrung, und dieses neue Projekt wird sicher die Zahl der vielen auswärtigen Benutzer unseres Wassers senken.

Die Vergnet-Pumpe, die uns die „ Elektriker ohne Grenzen“ auf die Bohrung installiert haben, ist ständig in Betrieb. Seitdem sie das Wasser aus der Bohrung trinken, beklagen sich die Bewohner unseres Grundstückes viel weniger über Durchfall.

Nachdem vor drei Jahren ein kleiner Wasserstaudamm im Bett des Trockenflusses (oued) gebaut wurde, stand dieses Bett fast das ganze Jahr unter Wasser, im Gegensatz zu früher, wo es bereits wenige Wochen nach dem Ende der Regenzeit wieder trocken und mit den Gärten der Haussa Landwirte bepflanzt war. Da ihre Gärten nun lange von Wasser bedeckt waren, mussten deren Eigentümer am Ufer Trockenland für neue Gärten kaufen. Nicht alle konnten es sich finanziell leisten, und sie mussten einen anderen Weg finden um ihre Familien ernähren zu können. Einige verkaufen nun Brennholz vor Ort, aber viele sind in die Elfenbeinküste ausgewandert.

Nun ist das Flussbett wieder wie früher nach wenigen Wochen trocken und mit Gärten bedeckt. Mit den neuen Gärten an den Ufern breitet sich das Agrarland in dieser Zone weiter aus.

Unser Garten

Er wurde dieses Jahr wegen der Arbeiten für das neue Bewässerungssystem nicht bepflanzt. Nun ist alles soweit, die zwei Wasserbehälter wurden gekauft und das Solarmaterial für die Pumpen ist angekommen. Wir warten nur noch auf unsere zwei „Elektriker ohne Grenzen“, die Ende April nach Bagga reisen werden. Wenn nichts dazwischenkommt, kann unsere Solaranlage Mitte Mai in Betrieb gesetzt werden!

Die Familien: drei Ehepaare mit insgesamt 21 Kindern haben sich direkt neben unserem Haus niedergelassen. Sikinet, ihr Mann Achmadu und ihre 6 Kinder (darunter 5 Patenkinder), sowie Fatimatu, ihr Mann Sedimu und ihre 4 Töchter (darunter 3 Patenkinder), waren letztes Jahr schon da und wollen nun definitiv sesshaft werden. Alle sehen viel gesünder aus als letztes Jahr, vor allem die 2 Mütter. Wir wollten für sie zwei Lehmhütten bauen, da ihre Strohhütten die Regenzeit nicht überleben, aber nun wurde für Sikinets Familie ein richtiges kleines Lehmhaus errichtet, das größer und solider ist als eine Hütte; ein zweites wird für Fatimatus Familie gebaut und wir hoffen dass noch weitere solche Häuser folgen können (Kostenpunkt pro Haus : 1100 €).

Die Häuser werden nur während der kühleren Monate bewohnt, wenn die nächtliche Temperatur auf ca. 15° C sinkt, und während der Regenzeit. Während der heißen Trockenzeit bevorzugt man es, in Strohhütten zu wohnen, die neben dem Haus errichtet werden. Die Hitze (bis zu 45° C) ist darin nämlich viel erträglicher als in dem Haus, das während dieser Zeit nur für das Unterbringen der wenigen Habseligkeiten der Familie genutzt wird.

Die dritte Familie, unser ehemaliger Gärtner Mahamadu, seine Frau Muhani und ihre 11 Kinder, darunter 2 Patenkinder (Die letzte Tochter, Azahara, ist wenige Tage vor meiner Ankunft auf die Welt gekommen) sind erst seit Dezember da. Ich hatte die Familie vor drei Jahren in Niamey wiedergesehen, dann ist sie in den Norden gezogen. Nun ist sie wegen der Unruhen wieder nach Bagga zurückgekehrt, wo sie sich vielleicht niederlassen wird, zumindest die Mutter und die Kinder, während der Vater alleine auf Arbeitssuche gehen wird. Die ganze Familie lebt in einer Strohhütte von ca. 20 Quadratmetern.

Andere Familien haben sich im Tal, mehrere Kilometer von unserem Haus entfernt, in Camps niedergelassen; sobald die Regenzeit beginnt werden sie wieder in Richtung Norden ziehen; dann müssen sie nämlich die Felder verlassen damit die neue Hirse angepflanzt werden kann.

Wir haben in den zwei Camps in der Nähe unseres Hauses 53 Ehepaare, 1 Witwer und 3 Witwen mit insgesamt 255 Kindern gezählt. Die Zahl der Kinder variiert von 1 bis 11 pro Familie, mit einem Durchschnitt von 4 bis 5.

Mit den drei in Bagga ansässigen Familien sind es nun 392 Personen die direkt von unserem Hilfsprojekt unterstützt werden. Seit letztem Dezember konnten dank dem Guthaben der Buschpatenkinder und der Großzügigkeit eines privaten Gönners 23 Kamele, eine Kuh und ihr Kalb, sowie mehr als 100 Ziegen und Schafe an die Familien verteilt werden. Wir sind wegen der großen Zahl der Familien, und obwohl eine kleine Minderheit unter ihnen nun als fast selbstständig betrachtet werden kann, noch sehr weit von unserem Ziel entfernt, es jeder Familie zu ermöglichen von dem Erlös ihrer Herde zu leben, und vor allem jedem Kind eine eigene Herde zu schenken, die das Kapital für seine Zukunft als Viehzüchter sein soll.

Andere Familien nomadisieren etwas weiter weg, und alle wenden sich an Madu wenn sie Probleme haben, zum Beispiel mit der Gesundheit (Spitalkosten und Medikamente müssen bezahlt werden), oder wenn keine Nahrungsmittel mehr vorhanden sind. Wir versuchen zu helfen so gut es geht, denn es ist nicht einfach einem Familienvater in der Not zu sagen dass man nichts für ihn tun kann; die Leute müssen aber begreifen dass unsere finanziellen Mittel nicht unbegrenzt sind, und wir solche Hilfe nur in den notwendigsten Fällen leisten können, denn wir wollen die „Hilfe zur Selbsthilfe“ privilegieren. Aber Madu wird in den kommenden Monaten vor der nächsten Ernte sicher wieder viele hilfesuchende Familien, die nichts mehr zu essen haben, anreisen sehen.

Unsere « Buschpatenkinder »

Es ist für mich relativ einfach die Mädchen anzutreffen, denn wenn sie nicht mit ihren Eseln unterwegs sind um Wasser zu holen, bleiben sie den ganzen Tag im Camp. Hingegen ist es schwieriger die Buben zu sehen, die bei Sonnenaufgang mit den Herden fortziehen und erst nach Sonnenuntergang mit ihnen wieder zurückkommen.

in BAGGA:

Hier konnte ich jeden Tag ihre fröhliche Gesellschaft genießen.

Leila und Rali sind sehr stolz auf ihr erstes Haus. Leila, 14, die älteste Tochter von Sikinet, ist ein hübsches junges Mädchen geworden und sie übernimmt oft bei ihren 5 Geschwistern die Rolle der Mutter, wenn diese kranke Familienmitglieder im Camp besuchen geht. Der älteste Bub, Rali, 17, überwacht mit seinem Bruder Assayed die Herden der Familie, während der Vater auf den naheliegenden Märkten einige Tiere zu verkaufen versucht. Das jüngere Mädchen, Hindun, ist noch zu jung um bei den täglichen Pflichten anzupacken, aber sie muss ab und zu bei leichteren Arbeiten mithelfen. Die zwei jüngsten Buben, Ibrahim und Hasso (der noch keinen Paten hat), erfreuen mich immer wieder mit ihren lustigen Streichen. Die Zeit wo uns Ibrahim’s Gesundheit große Sorgen machte liegt nun endgültig hinter uns, und sein stets fröhliches Lachen freut mich umso mehr.

Todecat, die älteste von Fatimatus Töchtern, wird bald 18 und mir kam zu Ohren dass sie einen seriösen Bewerber hat…..aber bitte nicht weitersagen, die Tuareg sind in Herzensangelegenheiten sehr diskret. Sie ist eine hübsche und seriöse junge Dame, so wie auch ihre jüngere Schwester Mitu, 14. Hingegen zeichnet sich Mariama, 11, durch ihre kämpferische Natur aus. Oft werden sogar ihre größeren Vettern von ihr in Angriff genommen. Das jüngste Mädchen, Albacharet (die keinen Paten hat) ist der Schatten ihrer Mama, der sie auf Schritt und Tritt folgt.

Unter den 11 Kindern von Mahamadu und Muhani haben nur die zwei ältesten, Fatima und Husseini, je eine Patin.

Fatima, ca. 15, ist ein fröhliches junges Mädchen, das viel zu tun hat mit seinen 10 Geschwistern, wovon die jüngste erst wenige Wochen alt ist. Husseini, ca. 13, ist ein etwas seltsamer und sehr verträumter Knabe, mit dem wir einige Probleme hatten. Während des Aufenthaltes seiner Familie im Norden hat er schlechte Bekanntschaften gemacht und einige schlechte Gewohnheiten angenommen, wie Zigaretten und sogar Haschisch zu rauchen. Er klaute in Bagga verschiedene Gegenstände, die er auf dem Markt verkaufte, und wurde sogar beim Betteln ertappt. Mit dem Geld kaufte er Zigaretten. Er wird nun von der gesamten Gemeinschaft beobachtet und kontrolliert, und die Verkäufer auf dem Markt wurden gebeten, ihm keine Zigaretten mehr zu geben. Am Ende meines Aufenthaltes schien das Problem behoben und Husseini hat mir versprochen nicht wieder damit anzufangen.

Die 21 Jugendlichen, die nun mit ihren Familien auf unserem Grundstück leben, haben keine Möglichkeit in die Schule zu gehen, da die Dorfschule von Bagga zu weit entfernt ist, und in Tahoua unsere Aufnahmekapazität auf 10 Kinder beschränkt ist. Die Kinder und ebenfalls ihre Eltern möchten sehr dass alle wenigstens lesen, schreiben und rechnen lernen können. So werden wir erneut versuchen, eine „Buschschule“ ins Leben zu rufen. Es wird wie unsere ehemalige „Schule“ eine einfache Strohhütte sein, dieses Mal neben unserem Haus, und sie wird nicht nur alle Jugendlichen die auf unserem Grundstück leben, sondern auch die Eltern die es wünschen, empfangen. Nun muss ein Lehrer gefunden werden und vor allem die finanziellen Mittel um ihm ein Salär zahlen und auch das Schulmaterial kaufen zu können.

Es ist ausgeschlossen dass ich erneut „ Terre des Hommes Alsace“ um Unterstützung bitte, da wir vor 11 Jahren den Garten von ihnen geschenkt bekommen haben damit wir mit dem Erlös unsere damalige Nomadenschule weiterfinanzieren können. Leider entsprach später dieser Erlös aus verschiedenen Gründen nicht den Voraussagen. Nun wird aber unser neues Bewässerungssystem endlich ermöglichen dass die Familien nicht nur in den Genuss einer besseren Nahrung kommen, sondern auch Gemüse auf dem Markt verkaufen können. Mit dem Erlös kann vielleicht neben dem Lebensnotwendigen für die sesshaften Familien sogar ein Teil der Finanzierung der „ Schule“ in Betracht gezogen werden.

Die Verwirklichung dieser neuen „Schule“ steht nun ganz vorne in unseren aktuellen Prioritäten vor Ort. Ich möchte hier daran erinnern dass wir unsere ehemalige Nomadenschule aufgeben mussten nicht nur wegen dem Ende deren Finanzierung durch „Terre des Hommes Alsace“, sondern vor allem weil die wachsende Ausdehnung der Agrarzonen auf die früheren Weideplätze der Nomaden uns daran hinderte alle Nomadenfamilien mit ihren Herden an einer Stelle zu versammeln, wo die Kinder unterrichtet werden konnten.

Das neue Projekt hingegen ist eine „Schulhütte“ direkt neben unserem Haus, auf unserem eigenen Grundstück, für die hier sesshaften Familien.

In den Camps des Tales:
Die Familie Abdulmenane, deren alle Kinder Paten und Patinnen haben, feierte eben Zeinas Hochzeit mit einem jungen Mädchen derselben Sippe, so wie es hier üblich ist.
Das genaue Alter der beiden Ehegatten ist nicht bekannt, ich schätze es auf 17-18 Jahre. Neben der Strohhütte der Familie des jungen Gatten wurde eine kleinere Strohhütte für das frischverheiratete Paar gebaut. Die junge Braut, deren Familie in einem entfernten Camp lebt, schien sich vor ihrer Hütte sehr zu langweilen. Solange sie keine Kinder hat kann sie den ganzen Tag nichts anderes tun als auf ihren Gatten zu warten, der früh morgens das Camp verlässt und meistens erst nach Einbruch der Dunkelheit zurückkommt. Werden sie bei meinem nächsten Besuch noch zusammensein? Davon bin ich nicht ganz überzeugt (Siehe Seite 7)! Zeinas ältere Brüder Assa und Mohamed, die in Tahoua studieren, scheinen noch keine Hochzeitspläne zu haben….aber sie sagen mir nicht alle ihre Geheimnisse!
Ibrahim ist auch schon fast ein junger Mann, aber ich habe ihn noch nie mit einem Schleier gesehen, also hat er noch nicht das „heiratsfähige“ Alter erreicht.
Gumar und der jüngste der Familie, Rali, sind sichtbar noch Kinder. Sie dürfen den ganzen Tag im Camp bei ihrer Mutter bleiben, während ihre älteren Brüder mit den Herden auf die Weideplätze ziehen.
Fati, Abdulmenanes Tochter aus einer anderen Verbindung, wurde letztes Jahr in die Familie ihres Vaters geholt, da es in dieser nur Knaben gab. Das etwas traurige Mädchen, dem ich anlässlich meiner letztjährigen Reise zum ersten Mal begegnet war, sieht jetzt viel fröhlicher aus und scheint sich in seiner neuen Familie nun wohl zufühlen.

Neben der Strohhütte der Familie Abdulmenane fand ich die des Witwers Saraidu mit seinen beiden Söhnen Bonsi (der kürzlich aus Libyen zurückgekehrt ist) und Abdulmumine, und seiner Tochter Yacine. Die 2 verheirateten älteren Töchter, Aminata und Mariama, waren nur vorübergehend da. Aminata musste kürzlich wegen verschiedener schwerer Infektionen und Blutarmut in das Spital gebracht werden. Es ging ihr nun besser, aber sie machte noch einen schwachen Eindruck. Die junge Yacine, die nach der Heirat der zwei älteren Schwestern die Rolle der „Familienmutter“ übernommen hat, kümmerte sich um Mariamas Baby während die beiden Söhne mit den Tieren der Familie auf die Suche nach Weideplätzen unterwegs waren.

Etwas weiter traf ich die Familie Illiassu mit unseren Patenkindern Saki, Raliu und Mohamed. Am Wochenende kommt meistens ihr ältester Bruder Ekam aus Tahoua zu Besuch.

In einem anderen Camp verbrachte ich viele nette Stunden mit der Familie Aghali und unserem Patenkind Ibrahim, sowie mit der Familie Idemma und unserem Patenkind Abdallah.

Rali Mohamed und Mohamed Alhajy zu treffen verlangt von mir jedes Mal viel Ausdauer, denn sie ziehen mit den Kamelen immer am weitesten fort. Es gelang mir dieses Mal Mohamed am letzten Tag doch noch zu sehen, aber was Rali betrifft musste ich mich mit der Beteuerung seiner Familie dass es ihm gut geht, begnügen.

Unsere Patenkinder sind gesund und munter. Ich konnte sie alle außer Rali für ihre Paten und Patinnen fotografieren und filmen. Ich hoffe die Bilder wie üblich anlässlich unserer nächsten GV vorführen zu können.

Unser Patenkind in Niamey :

Mariama hat sich sehr über die mitgebrachten Bücher und Malstifte gefreut; sie wird sie mit ihrer älteren Schwester Zeinabu und der jüngeren Fatimatu teilen müssen. Mariama geht zur Schule, ist aber nur eine mittelmäßige Schülerin (25ste von 50) während die ein Jahr ältere Zeinabu zu den Klassenbesten gehört. Alle drei Mädchen sprechen fließend Nigers Nationalsprache, das Französisch, hingegen haben sie wegen der Entfernung zur übrigen Familie in Bagga nie richtig ihre eigene Sprache, das Tamaschek, sprechen gelernt. Der Vater verkauft mit mäßigem Erfolg Tuaregschmuck. Die Familie wohnt in zwei kleinen Zimmern in einem slumähnlichen Quartier.

Aus dem Alltagsleben in Bagga

Drei Familien, die letztes Jahr neben unserem Haus wohnten, sind weggezogen: Achmadu, seine Frau Zeinabu und deren Tochter Mariama, sowie die Familie des Taubstummen Achmed, sind in das Camp zurückgekehrt damit sie ihren betagten Eltern besser zur Seite stehen können. Sedimu, seine Frau Temet und ihre 3 Kinder Ami, Ibrahim und der neugeborene Abdulay, wohnen nun 80 Km weiter nördlich. Sedimu, der mit dem Handel von Tieren den Lebensunterhalt seiner Familie verdient, zog es vor sich in der Nähe eines großen Viehmarktes niederzulassen.

Fatu bleibt ihrem Ruf als «gute Seele», von Bagga treu, aber mit den Jahren nehmen auch ihre gesundheitlichen Probleme zu, deswegen lebt seit 3 Jahren ihre Nichte Fatimu, 15, bei ihr.

Es ist hier üblich dass man einem betagten oder kranken Familienmitglied, das selber keine Kinder hat, eine Tochter leiht. Oft, wenn sich mehrere Mädchen ablösen können, ist es nur für eine kurze Zeit. Manchmal aber bleibt die «Leihtochter» bis zu ihrer Hochzeit bei ihrer Ersatzmutter, so wie es für Fatimu der Fall zu sein scheint. Es kann durchaus auch einem Familienvater, der nur Töchter hat, ein Sohn geliehen werden.

Zaliha, die letztes Jahr unsere Wasserträgerin war, geht ebenfalls Fatu für die täglichen Pflichten zur Hand. Nun schleppt ein taubstummer Mann mehrere Male am Tag die Wasserkanister von der Bohrung zu unserem Haus und Halissa, eine taubstumme Frau, hilft den Familien in den Hütten. Viele arme Leute kommen aus den benachbarten Dörfern zu uns und bieten ihre Arbeit gegen wenig Geld und etwas Nahrung an. Wir können ihnen nicht viel Geld geben, aber am Abend kehren sie nicht nur mit einem vollen Magen in ihr Dorf zurück, sondern auch mit Nahrung für ihre Familie, manchmal Kleidungsstücken und, bei Bedarf, Medikamenten.

Zaliha, die nicht mehr die Jüngste ist, arbeitet sehr fleißig. Sie stampft die Hirse, überwacht die Kochtöpfe auf dem Feuer, wäscht das Geschirr, fegt den Hof. Keine Arbeit für die sie zuständig ist, entgeht ihrem wachsamen Auge und man sieht sie ständig in Bewegung, gutgelaunt und mit lebhaftem Mundwerk. Die Leichtigkeit mit der sie mit den 20 Liter schweren Wasserkanistern umgeht erstaunt mich immer wieder, vor allem seit mein Versuch einen von ihnen nur wenige Meter weiter zu bewegen mir für längere Zeit den Atem raubte.

Ich bin oft erstaunt wenn ich den Grund einer Auseinandersetzung mitbekomme, denn nicht selten wäre sie in unseren Ländern genau durch das Gegenteil verursacht. So warf Sikinet Fatu lautstark vor, immer nur Fatimatus Kinder zu rufen wenn sie Mithilfe braucht, und fast nie ihre. Hilfeleistungen sind hier nicht nur eine Selbstverständigkeit, sondern fast eine Ehre. Die Leute denken dass man ihnen kein Vertrauen schenkt wenn man sie nicht um Hilfe bittet, oder, wie es für mich am Anfang der Fall war, ihre Hilfe ablehnt, aus lauter Gewohnheit alles selber zu erledigen, vor allem wenn dafür keine besondere Anstrengung notwendig ist. Heute weiß ich dass die Jüngeren als ich beleidigt sind wenn ich ihre Hilfe ablehne... und lasse sie walten.

Die Gegenwart der 21 Jugendlichen sorgt für eine lebhafte akustische Kulisse von lautem Lachen und fröhlichen Spielen. Die Spielzeuge werden aus der Natur geholt; und man hört nie ein Kind stöhnen dass es sich langweilt, es sind immer genügend Spielkameraden vorhanden.

Es kommt auch hier vor dass die Kinder miteinander streiten. Dieses Jahr waren es eher die Mädchen die ich in Kampfstimmung fand, so wie unser Patenkind Mariama, die „Kriegerin“ der Gruppe, und ihre Kusine Hindun... aber die Buben standen ihnen in nichts nach! Wenn es zu Prügeleien kommt schreiten sofort die älteren Mädchen ein um die Streitenden auseinander zu reißen und die Gemüter zu beruhigen. Die Eltern mischen sich nur ein wenn Verletzungen zu befürchten sind. Die Kinder werden sehr selten, und dann nur leicht, geschlagen. Man findet bei den Tuareg weder misshandelte Kinder noch misshandelte Frauen, das wäre eine Schande für den Ehemann.

Wir haben nun in Bagga mehrere junge Mädchen im heiratsfähigen Alter, deren Eltern mit neuen Problemen konfrontiert werden. Eines Abends reisten auf einem Motorrad zwei junge Tuareg aus Tahoua an. Um Mitternacht hatte sich schon lange die nächtliche Stille über unser Grundstück gelegt, aber das Motorrad stand noch immer im Hof. Am folgenden Morgen überraschten mich unüblich finstere Gesichter beim Frühstückstee, während eine rege Diskussion mit Madu stattfand. Bis vor kurzem war es üblich dass die Eltern die nächtlichen Besuche der „Verehrer“ ihrer Töchter tolerierten. Die unverheirateten Mädchen schliefen im Zelt oder in der Hütte der Familie, was eine diskrete Überwachung ermöglichte. Gegen den Austausch von Zärtlichkeiten hatte man nichts einzuwenden, aber es war für die Verliebten Ehrensache vor der Ehe keinen Geschlechtsverkehr zu haben. Heute ändern sich die Sitten in den Städten, und in den Camps berichtet man entsetzt von jungen Paaren die schon vor der Hochzeit miteinander schliefen. Deswegen ist man nun in Bagga sehr misstrauisch geworden wenn junge Männer aus der Stadt für einen nächtlichen Besuch erscheinen, vor allem da mehrere junge Mädchen nicht mehr bei den Eltern übernachten, sondern zusammen in einer separaten Unterkunft. Also wurde beschlossen dass man den jungen Männern aus Tahoua ab jetzt das Übernachten in der Nähe der Mädchen verbieten muss. Dieses Verbot gilt allerdings nicht für die jungen Verehrer aus den Camps, da man sicher ist dass sie den alten Sitten treu geblieben sind.

Es ist bei den Tuareg üblich sehr jung zu heiraten. Damit soll verhindert werden dass die jungen Männer sexuell „streunen“ und unverheiratete Mädchen schwanger werden, was hier noch eine Schande für deren Familie ist. Meistens ist es das junge Liebespaar selber, das unbedingt heiraten will, und falls die Eltern ihre Zustimmung verweigern, bestehen sie so lange darauf bis diese um des lieben Friedens Willen nachgeben. Die Mehrheit dieser Früh-Ehen ist ohnehin von kurzer Dauer, und es ist hier eine leichte Sache sich scheiden zu lassen. Man wird vom „Marabu“ (Islam Gelehrter) getraut und, falls es schief geht und die Versöhnungsversuche misslingen, auch wieder geschieden. Für keinen der beiden Eheleute hat die Scheidung negative Auswirkungen auf das spätere Leben, und beide finden leicht einen neuen Ehepartner, auch wenn Kinder vorhanden sind.

Unser ehemaliger Schüler und Patenkind Bonsi ist aus Libyen zurückgekehrt, so arm wie vorher. Vor einem Jahr war er mit seinem Vetter Mejilla ausgewandert in der Hoffnung dort ein besseres Leben zu finden. In der Gegend von Bagga reisen die Auswanderungskandidaten in zwei Richtungen: die Haussa versuchen in der Elfenbeinküste, die Tuareg in Libyen ihr Glück. Lange wurden sie in diesem Land wie Brüder empfangen, aber nun stehen die Libyer dem ständig zunehmenden Strom von illegalen Einwanderern nicht mehr so wohlgesinnt gegenüber, und heute erwartet die Exilkandidaten nach allen Gefahren der beschwerlichen Reise per Lastwagen durch die Wüste meistens nur eine böse Ernüchterung. Die Zeiten sind vorbei wo man mit viel Geld aus Libyen zurückkommen konnte um sich in der Heimat eine bessere Existenz aufzubauen. Aber Mejilla will noch daran glauben.

Die Tuareg kehren immer mehr zu traditionellen Heilmitteln zurück, nicht nur für sich, sondern auch für ihre Tiere. So sah ich Mahamadu seinem Kamel, das seit einigen Tagen jede Nahrung verweigerte, Kautabak in die Nasenlöcher pusten. Am folgenden Tag fraß das Kamel wieder genüsslich die Blätter der umliegenden Bäume.

Auch in Bagga hört man nun Handies klingeln, und ich wurde somit meiner letzten „Oase der telefonischen Stille“ beraubt. Da unser Grundstück in einem engen Tal liegt, ist hier der Empfang schlecht oder funktioniert gar nicht, aber ein Schlaumeier hat herausbekommen dass das Telefon an der Decke von Fatus Strohhütte immerhin klingeln kann. Leider wird der Empfang unterbrochen sobald man antworten will, und man muss dafür auf den naheliegenden Hügel steigen. Meistens wissen das die Anrufer, und sie melden sich kurz darauf noch einmal, wenn sie vermuten dass ihr Gesprächspartner nun auf dem Hügel steht.

Unsere moderne Technologie setzt nun auch in einem Umfeld, wo vieles noch ins Steinzeitalter passen würde, ihren Siegeszug fort! Ein sicheres Zeichen dafür, dass das 21. Jahrhundert auch hier nicht aufgehalten werden kann…

Fast täglich stehen die Probleme zwischen den sesshaften Landwirten und den nomadisierenden Viehzüchtern auf Madus Pflichten-Programm. Auch dieses Mal mussten Geldstrafen für die Eigentümer der von den Landwirten in ihren Gärten gefangenen Tiere heruntergehandelt werden. Meistens gelingt es Madu, die Sache auf freundschaftlicher Basis zu regeln, aber nicht immer. n diesem Falle kommt der Zwischenfall vor den Richter und beide Parteien beeilen sich sofort einflussreiche Bekannte zu suchen, die ihrem Antrag Gewicht geben sollen. Manchmal aber siegt ganz einfach die afrikanische Weisheit. So im Falle eines Viehzüchters von dem der Eigentümer einer neuen Mangoplantage eine hohe Entschädigung verlangte, da sein Kamel bereits den Mangobaum, neben dem es gefangen wurde, beschädigt hatte. Der Richter setzte die verlangte Geldstrafe auf ein Drittel davon herab, und erklärte dass der Niger allen Nigrern gehöre, dass keine Völkergruppe das Recht hätte die Alleinnutzung von Landesteilen zu beanspruchen, und es die Pflicht aller Parteien sei für ein friedliches Zusammenleben zu sorgen. In Folge dessen empfahl er den Viehzüchtern ihre Tiere besser zu überwachen und den Landwirten ihre Gärten besser gegen das Eindringen der Tiere zu schützen. Beide Parteien waren mit dieser Sicht der Dinge einverstanden und versprachen, sich den Rat des Richters zu Herzen zu nehmen.

Aber kurz darauf wurde ein Kamel beim Überqueren der Strasse überfahren, und der Eigentümer des Fahrzeuges weigerte sich den Viehzüchter zu entschädigen mit dem Vorwand, das Kamel hätte in dieser Agrarzone nichts zu suchen gehabt. Ein neuer Fall für den Richter, dessen Urteil bei meiner Abreise noch nicht bekannt war.

Herzliche Grüße an alle !

Danielle Kronenberger-Elhadji und die große Tuaregfamilie in Bagga.

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