Die letzten Nachrichten von TATIT

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09.August 2015

Dieses Jahr konnte Danielle, die Vorsitzende, nur zwei Wochen in Niger verbringen. Die zwei ersten Juni Wochen waren nicht gerade ideal, denn es war sehr heiß (bis zu 47 °C), und die ersten Gewitter der Regenzeit ließen die Hitze noch unerträglicher erscheinen.
Wie schon die drei Jahre zuvor, konnte Danielle Niamey nicht verlassen, denn man benötigt dafür eine Militäreskorte… die seht teuer ist! Sie hatte deswegen keine andere Wahl als in der Hauptstadt zu bleiben, wo sie immerhin einige Besucher aus Tahoua empfangen durfte.

Die dramatischen Ereignisse die sich an Nigers Grenzen abspielen, haben zur Folge dass sich die Nigrer in ihrem Land nicht mehr in Sicherheit fühlen und eine Verschlechterung der Lage befürchten.
Die Gegend von Diffa ist von dem grenzüberschreitenden Terror von Boko Haram direkt betroffen und viele Einwohner flüchten in die Hauptstadt Niamey.

Während in Niamey schwere Gewitter die meisten Stadtviertel in Sumpfgebiete verwandelte, warteten im Busch die Viehzüchter und die Landwirte vergeblich auf die ersten Regenwolken . Dieser Regen fiel schlussendlich Mitte Juli in Bagga und Anfang August im Norden , wo die Nomaden Familien schon unterwegs waren, obwohl es dort noch kein Gras auf den Weideplätzen und kein Wasser in den Wasserstellen gab.
Es musste ein Lastwagen gemietet werden um die betagten Leute und die schwachen Tiere zu befördern, damit alle lebend an ihrem Bestimmungsort ankommen. Der Transfer verlief erfolgreich und der Regen der im August fiel, sorgte für Beruhigung und Zuversicht.

In unserem Garten in Bagga war dieses Jahr die Mango Ernte gut. Die meisten Früchte werden vor Ort von den Leuten konsumiert und die restlichen auf dem Markt verkauft. Mit dem Erlös werden notwendige Waren wie Öl, Salz, Zucker, Tee, Brennholz und Seife gekauft.
Es sind vor allem die Kinder, die unsere Mangos gerne essen, aber auch bei den Erwachsenen, die es bis jetzt nicht gewöhnt waren Früchte zu essen, gewinnen sie immer mehr an Beliebtheit.

Während der Trockenzeit hat eine schwere Meningitis Epidemie in Niger laut offiziellen Angaben 7400 Todesopfer gefordert. Die Schulen wurden vorübergehend geschlossen und erst wieder eröffnet als die Schüler geimpft waren. Wir haben nicht nur alle unsere Schüler, sondern ebenfalls ihre Geschwister gegen Meningitis impfen lassen.

Allen unseren Patenkindern geht es gut !

Die « Buschpatenkinder » nomadisieren nun im Norden mit ihren Eltern und den Tierherden.
Die « Buschschule » ist geschlossen und sie wird erst wieder gegen Ende Oktober öffnen, wenn die Familien in das Tal von Bagga wiederkommen.

Die Schüler von Tahoua haben fast alle ihre Prüfungen für die Versetzung in die nächsthöhere Schulklasse bestanden, nur Yussuf, unser erster Abitur Kandidat, muss sein Schuljahr wiederholen und die Prüfung nächstes Jahr erneut in Angriff nehmen, dieses Mal mit Adamu, Bila und das erste Mädchen, Albascharet.

Danielle konnte sich in Niamey mit zwei ehemaligen Patenkindern unterhalten.
Mohamed hat zusammen mit einem Bekannten in Niamey eine Firma gegründet, die auf den Märkten der agropastoralen Zonen sowohl für lokale wie auch internationale NGOs Tiere und Getreide einkauft. Noch muss ihr Geschäft mit viel Werbung bei potentiellen Kunden bekannt gemacht werden, aber Mohamed und sein Partner sind sehr zuversichtlich!
Ekam , der für einen kurzen Besuch aus Tahoua kam, leitet dort eine Transportfirma. Er ist verheiratet, hat aber noch keine Kinder.

Mohameds ältester Bruder Assa , ebenfalls ein ehemaliges Patenkind, ist nun Leiter einer staatlichen Grundschule in einem Dorf unweit von Bagga. Bald wird seine kleine Tochter bei ihrem Vater in den Unterricht gehen können !

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29.Oktober 2014

Die Lage im SAHEL

Sie hat sich durch die Präsenz von französischen und amerikanischen Militärstützpunkten nicht wesentlich verbessert, und das Erscheinen einer neuen Terroristengruppe, Daech (Krieger des islamischen Kalifats), die in Algerien eine französische Geisel geköpft hat, lässt wenig Hoffnung auf eine baldige Besserung zu. Terroristengruppen, die von französischen und afrikanischen Truppen aus Nord Mali verdrängt wurden, kommen nun zurück und richten erneut Unheil an. So wurde ein junger Tuareg geköpft und sein Kopf als „abschreckendes Beispiel“ am Eingang seines Dorfes aufgehängt, da die Terroristen ihn verdächtigten den französischen Soldaten über sie Auskunft gegeben zu haben.
Im Süden sieht es nicht besser aus : an der nigerianischen Grenze terrorisiert BOKO HARAM weiter sowohl Christen wie Muslime, mit dem Vorhaben, in diesem Gebiet die Scharia einzuführen.

NIGER

Es ist selten dass dieses Land in den Medien erwähnt wird, und wenn, dann ist es nicht wegen einer guten Nachricht, so wie es auch dieses Mal der Fall ist! Mehrere Ehefrauen von führenden Politikern, unter ihnen der Präsident der nigrischen Nationalversammlung, haben in Nigeria neugeborene Kinder „gekauft“ und sie als ihre Eigenen ausgegeben. Zwölf Frauen und deren Ehemänner wurden verhaftet, aber der Präsident der Nationalversammlung ist auf der Flucht.

Es kommen weiter Flüchtlinge in Niger an , hauptsächlich aus Mali und Nigeria, aber ebenfalls aus anderen kriegsgeplagten Gebieten. Der UNHCR betreut sie in Niamey wie auch in Tahoua, Filinge und Diffa, aber bald wird diese Hilfe nicht mehr gewährleistet sein können.
Diejenigen Flüchtlinge die in Niger Familienangehörige oder Bekannte haben, versuchen bei ihnen Hilfe zu finden, aber meistens handelt es sich um Leute die selber nur das Nötigste zum Leben haben. Glücklicherweise wurde das Land bis jetzt von dem Ebola Virus verschont!

Die diesjährige Regenzeit verlief insgesamt gut, aber der Regen war unregelmäßig verteilt. In einigen Gebieten verursachte er schwere Überschwemmungen, während andere nicht genügend Wasser bekamen.
Die Lebensmittelversorgung ist zurzeit in den meisten Gebieten zufriedenstellend.

TAHOUA

Der Schulanfang 2014/2015 verlief gut. Alle unsere Schüler konnten in Privatschulen eingeschult werden. Leider werden deren Gebühren jedes Jahr höher, aber es ist der Preis, den man für einen guten Unterricht zahlen muss, denn in den staatlichen Schulen wird viel gestreikt. Immerhin scheinen im Schulwesen span class= "bleu">dieses Jahr große Fortschritte getan worden zu sein. Sie lassen hoffen dass sich Niger’s Regierung endlich tatkräftig für eine bessere Schulbildung der zahlreichen Kinder dieses Landes einsetzen will.

Yussuf wird 2015 (und nicht 2014, wie ich es dieses Jahr irrtümlicherweise geschrieben hatte) unser erster Kandidat für das Abitur sein. 2016 werden Adamu, Bila und das erste Mädchen, Albascherette, in seine Fußstapfen treten. Mariama, Zeinabu und Leila sind noch weit von diesem Ziel entfernt, während Sofian und Fatima noch in die Grundschule gehen. Wir unterstützen weiter Mustafa in Nigeria.

BAGGA

In Bagga fiel der Regen mit großer Regelmäßigkeit auf die Hirsefelder und die Gärten, was zu einer guten Ernte führte. Das war im Tal von Tiggart, wo mehrere Familien jedes Jahr Hirsefelder bepflanzen, nicht der Fall. Die Ernte fiel dort katastrophal aus.

Leider wurden nicht nur, wie wir es zuerst vermuteten, die Metallteile von unserer Vergnet Pumpe gestohlen, sondern die ganze Pumpe wurde abmontiert und wegtransportiert.
Diese Pumpe diente nicht nur unseren Familien zu ihrer täglichen Wasserversorgung, sondern ebenfalls vielen Einwohnern von benachbarten Dörfern sowie Nomaden auf der Durchreise. Wegen dieser regen Benutzung musste sie oft repariert werden, aber es handelte sich nicht um teure Reparaturen. Nun sollte eine völlig neue Pumpe gekauft werden, und wir sind von dieser Idee wenig begeistert, da die Gefahr besteht dass sie erneut gestohlen wird. Auch fehlen uns dafür die finanziellen Mittel, außer es melden sich großzügige Geber! Wir werden auf der nächsten General Versammlung über dieses Problem diskutieren.

Nun wird das Wasser wieder mittels einer benzinbetriebenen Pumpe aus der Bohrung gepumpt, so wie in den Gärten, wo die Solarpumpen nun seit mehreren Jahren nicht mehr in Betrieb sind. Die neuen Pumpen, ein Geschenk der Firma LORENTZ, befinden sich seit 2012 bei mir in Saint-Louis, aber die derzeitige Sicherheitslage in Niger lässt es leider nicht zu dass unsere „Elektriker ohne Grenzen“ nach Bagga reisen um sie vor Ort zu installieren. Auch über diese Situation müssen wir auf der G.V. diskutieren.

Unsere Nomadenfamilien sind noch nicht in die Täler von Bagga und Tiggart zurückgekehrt, aber Madu besucht sie regelmäßig. Bei jedem Besuch erwarten ihn Kranke, die nach Tahoua transportiert werden müssen, denn in dieser Jahreszeit grassiert die Malaria besonders heftig. Die schlimmsten Fälle werden im Spital von Tahoua behandelt, die weniger schlimmen in unserem Haus. Bis jetzt konnten alle Patienten geheilt in ihre Camps zurückgebracht werden.

Allen unseren Patenkindern geht es gut!

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27.Juni 2014

Die Lage im SAHEL

Sie ist leider nicht sehr erfreulich. Zu den Djihadisten Gruppen AQMI und MUJAO, die von Norden und Westen Nigers Grenzen leicht überschreiten können, kommt jetzt eine neue Terroristengruppe, BOKO HARAM, die an Nigers südlicher Grenze ihr Unwesen treibt.

NIGER

Frankreich und die USA haben mehrere Luftwaffenstützpunkte in Niger installiert, die auch mit Drohnen ausgerüstet sind. Französische und amerikanische Anti-Terror Spezialisten sind ebenfalls vor Ort an der Arbeit.
Es wird weiterhin von Reisen dringend abgeraten. Ausländer dürfen Niamey nur mit einer Militäreskorte verlassen!

Bis Anfang dieses Jahres kamen als Flüchtlinge nur Tuareg aus Nord Mali und aus Libyen ausgewiesene Nigrer. Nun aber strömen ebenfalls Hilfesuchende aus anderen Ländern nach Niger, aus Nigeria, der Zentralafrikanischen Republik, die von vielen Muslimen verlassen wird, und der Demokratischen Republik Kongo, in der seit Jahren ein Krieg wütet, der von unseren Medien total ignoriert wird. Es ist leider zu befürchten dass bald weitere Kriegsgebiete auf dieser Liste Einzug halten werden!

Jamila und Mohamed, unsere ehemaligen Patenkinder, arbeiten in Empfangszentren des UN-Hochkommissariats für Flüchtlinge. Jamila kümmert sich um Flüchtlinge aus Nord Mali, die in der Gegend von Tahoua über die Grenze kommen; Mohamed, der in Niamey bei „Save the children“ arbeitet, ist verantwortlich für den Empfang von Flüchtlingen die aus verschiedenen anderen Ländern ankommen. Er hat keinen leichten Job, denn viele sprechen Sprachen die in Niger nicht gebraucht werden, so dass man sich schlecht mit ihnen verständigen kann. Und oft steht er vor der traurigen Aufgabe, „falsche“ Flüchtlinge abweisen zu müssen, Nigrer, die ebenfalls mittellos sind, aber nicht berechtigt sind, von der Flüchtlingshilfe Unterstützung zu bekommen.

Niameys Schüler und Studenten sind unzufrieden. Viele bekommen ihren Unterricht immer noch in provisorischen Klassenzimmern, meistens Strohhütten. So verbrennen sie nun als Protest die Strohhütten, damit die Regierung endlich ihr Versprechen hält, sie durch feste Gebäude zu ersetzen. Leider kommt es dabei oft zu Straßen Krawallen zwischen den Jugendlichen und der Polizei. Unser Student Yussuf bleibt diesen Kundgebungen lieber fern. Wenn er deswegen keinen Unterricht hat, arbeitet er lieber zuhause weiter.

TAHOUA und BAGGA

Unsere Schüler bereiten sich auf die Prüfungen für ihren Klassenwechsel vor. Dieses Jahr haben wir keine Anwärter für die Mittlere Reife, aber nächstes Jahr werden wir vielleicht unseren ersten Abiturienten beglückwünschen können, Yussuf, bevor zwei Jahre später Albacharet, Adamu und Bila ebenfalls postulieren werden.

In Bagga hat die Regenzeit begonnen und Madu hat sofort auf unseren Feldern Hirse und in den Gärten grüne Bohnen und Erdnüsse pflanzen lassen. Die Tomaten, Karotten und andere Gemüsesorten, die während der Trockenzeit gedeihen, haben eine gute Ernte ergeben. Im Juni sollten die Mangos gepflückt werden, leider wird es wenige geben. Sie haben sehr unter der seit Anfang März anhaltenden Hitze gelitten und die Wurzeln der Bäume sind von Parasiten befallen, die die ganze Gegend von Tahoua heimsuchen.

Die Nahrung der Tuareg bestand noch vor wenigen Jahren fast ausschließlich aus Hirse und Reis aber nun haben sie es gelernt, ebenfalls Gemüse und Früchte zu essen. Unsere Ernten können zwar einen Teil der Sippe ernähren, aber sie reichen nicht für den Verkauf auf dem Markt aus, wie es vorgesehen war.

Die Leute von Bagga mussten mit Entsetzen feststellen dass große Teile unserer Vergnet Pumpe über Nacht abmontiert und gestohlen wurden. Sicher wurde das Metall verkauft. Seitdem kann kein Wasser mehr gepumpt werden. Madu wird versuchen in Niamey passende Ersatzteile zu finden.

Seit die Regenzeit begonnen hat, haben die Kinder unserer Buschschule Ferien. Die Nomadenfamilien ziehen wie jedes Jahr in Richtung Norden und die Schule bleibt bis zu ihrer Rückkehr geschlossen. Die Hirse wird bis Ende Oktober geerntet, dann sind die brachliegenden Hirsefelder für die Nomaden wieder zugänglich.

Allen unseren Patenkindern geht es gut!

Die Flüchtlingsfamilien aus Nord Mali wollen nicht mehr in diese Gegend zurückkehren. Sie befürchten einen Krieg zwischen den Rebellen und der Regierung, und die damit anhaltende Unsicherheit. Wir haben für drei Familien je 15 Tiere, Schafe und Ziegen, gekauft. Wir hoffen dass sie damit in absehbarer Zeit beginnen können, selber für ihren Lebensunterhalt zu sorgen.

Die Regenzeit ist leider auch Malariazeit ! Wie jedes Jahr müssen viele Nomaden aus den camps nach Tahoua geholt werden um dort Pflege zu erhalten. Dazu kommen viele Darmkrankheiten, da im Busch das Trinkwasser aus unsauberen Wassergräben und Brunnen gezogenen wird. Aber bis jetzt konnte Madu alle unsere Patienten gesund in ihre camps zurückfahren.

Und nun eine erfreuliche Nachricht: unser ehemaliges Patenkind Ekam, der in Tahoua als Verwalter eines Transportunternehmens arbeitet, hat eben eine junge Dame aus seiner Sippe geheiratet.

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25.Oktober 2013

Unser Geschäftsjahr 2013 geht zu Ende und wir freuen uns, dass uns dieses Mal größere Katastrophen erspart geblieben sind! Aber es ist leider noch lange nicht alles gut und schön....

Die Lage im SAHEL

Mali hat einen neuen Staatspräsidenten gewählt. Der französische Präsident F. Hollande, der an dessen Amtsübernahme eingeladen wurde, lobte den erfolgreichen Einsatz der französischen Truppen im Norden. Leider sind die Probleme noch lange nicht gelöst! Malis neue Regierung weigert sich, mit den separatistischen Bewegungen über eine eventuelle Autonomie des Nordens zu verhandeln. Diese kündigen nun neue bewaffnete Angriffe gegen die malische Armee an. Die Islamisten, die man besiegt glaubte, haben bereits wieder mehrere Terror Attacken verübt. Ein Ende dieser Unruhen scheint leider nicht in Aussicht zu sein !

NIGER

Seit dem letzten Frühling wurden in Niger mehrere Terror Attacken verübt. Nach Agadez und Arlit im Mai, wurde im Juni das Gefängnis von Niamey von Terroristen aus Nigeria (Boko Haram), die ihre dort inhaftierten Brüder befreien wollten, überfallen. Es gab Tote und Verletzte. Später wurde die Kaserne von Niamey ebenfalls Opfer eines Angriffs, der aber schnell und ohne Blutvergießen beendet werden konnte.

Anfang September fanden in Niamey während mehrerer Tage Straßen Krawalle statt, während denen zwei Franzosen als Geiseln festgenommen, aber bald wieder freigelassen wurden. Die Bewohner eines Stadtviertels, das wegen der Sicherung von mehreren ausländischen Botschaften streng überwacht wird, protestierten auf diesem Weg gegen ihre dadurch drastisch eingeschränkte Bewegungsfreiheit.

Niameys Straßen sind wieder ruhig, aber die zunehmend wieder schlechter werdende Sicherheitslage in Mali lässt befürchten, dass sich auch in Niger Terror Attacken vermehren könnten, da es für die verschiedenen Islamistengruppen – AQMI (AlQaida im Maghreb), MUJAO (Mali) und BOKO HARAM (Nigeria) – sehr leicht ist, in der Wüste Nigers Grenzen zu überschreiten.

Von Reisen nach Niger wird weiterhin abgeraten ! Leider können sich deswegen nicht nur Touristen, sondern ebenfalls ausländische Entwicklungshelfer nicht mehr in dieses Land begeben, um in den vor Ort laufenden Projekten zu arbeiten.

Die Regenzeit ist vorbei und es wird nun im ganzen Land geerntet. In den meisten Regionen hat es regelmäßig geregnet, und die Ernte wird gut sein. Leider verursachten schwere Regenfälle in einzelnen Zonen Überschwemmungen, die dem Gemüse- und Getreideanbau schwer geschadet haben, und in anderen fiel der Regen zu unregelmäßig für eine gute Reifung der Hirse.

TAHOUA und die Schüler

Albascharette, Adamu und Bila , die alle drei die Mittlere Reife bestanden haben, setzen nun ihr Studium im Gymnasium fort.
Yussuf bereitet sich in Niamey als unser erster Kandidat auf das Abitur vor. Vor ihm hatte unser ältestes Patenkind Assa sein Studium in diesem Stadium abgebrochen um sich als Lehrer ausbilden zu lassen.
Unsere anderen Schüler besuchen noch die Grundschule.
Mustafa hat sein letztes Ausbildungsjahr in Nigeria begonnen. Er wollte zuerst Krankenpfleger werden, überlegte es sich aber später anders und lässt sich nun seit zwei Jahren in einer Berufsschule als Mechaniker und Elektriker ausbilden.

BAGGA

In unseren Gärten sind die Bohnen und Erdnüsse bereits geerntet worden. Der Ertrag ist sehr gut. Die Ernte der Hirse ist auf den Feldern noch im Gange, sie wird aber voraussichtlich ebenfalls sehr gut sein. Der Einsatz eines Traktors, mit dem die Felder letzten Frühling gründlich gepflügt wurden, hat sich gelohnt.

Das Leben in den Busch Camps

Mehrere Erwachsene mussten mit schweren Malariaanfällen in das Spital von Tahoua eingeliefert werden. Sie konnten alle geheilt in ihre Familien zurückkehren.
Den letzten Nachrichten zufolge geht es allen unseren Patenkindern gut!

Der Unterricht wird in unserer Buschschule im November wieder beginnen, wenn alle Familien aus dem Norden zurückgekehrt sind um sich für die Dauer der Trockenzeit in Tiggart niederzulassen.

Die Nomadenfamilien haben im Tal von Tiggart seit einigen Jahren ebenfalls Hirse angebaut. Die Familienväter wechseln sich während der Regenzeit für die Arbeit auf den Feldern ab. Leider fiel in diesem Tal zu wenig Regen, so dass hier, im Gegensatz zu Bagga, die Ernte schlecht ausfällt.

Die Flüchtlinge aus Mali haben nicht vor, in dieses Land zurückzukehren. Sie wurden in die Camps integriert und leben dort mit den anderen Familien zusammen. Wir kauften für sie Tiere – Ziegen, Schafe und Esel – damit sie baldmöglichst ihren Lebensunterhalt selber verdienen können.

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13. Juli 2013

Eine gute Nachricht : unsere Kandidaten, Adamu, Albascharette und Bila, haben alle drei die „Mittlere Reife“ bestanden. Die Freude ist groß in Tahoua ! Sie werden im Herbst ihr Studium im Gymnasium fortsetzten.

Es regnet in Bagga und die Hirse wächst gut. Hingegen konnten im Juni nicht viele Mangos geerntet werden, da die Wurzeln der Mangobäumen von Parasiten befallen sind. .
Die Nomadenfamilien sind nun fast alle in Richtung Norden gezogen, und die Wenigen die noch vor Ort sind, bereiten sich auf die Reise vor.
Für diejenigen Familien die noch keine besaßen, wurden 12 Esel gekauft, damit sie ihr Zelt und sonstiges Gepäck mitnehmen können.

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06.Juni 2013

Die Lage im SAHEL

Die Lage in NordMali ist weiter sehr angespannt. Die Tuareg der MNLA verweigern der malischen Armee den Zugang zu der Stadt Kidal. Schwere Kämpfe sind im Gange.
Was sich in den letzten Monaten in NordMali ereignete, hat schwerwiegende Folgen für die Nachbarländer. Es wird befürchtet, dass die aus Mali vertriebenen Terroristengruppen nun jenseits der Grenze ihr Unwesen treiben werden.

NIGER

In Niger haben bereits zwei Selbstmord Attentate, das erste in einer Kaserne in Agadez und das andere in dem französischen Uraniumwerk Areva, mindestens 25 Tote und viele Verletzte, alles Nigrer, gefordert. Es sind die ersten Anschläge dieser Art in diesem Land. Die Terroristen Gruppe MUJAO bekennt sich zu den Attentaten als Vergeltung für das Eingreifen nigrischer und französischer Truppen in NordMali.

Die aktuelle Lage hat leider die Unstimmigkeiten zwischen den verschiedenen Volksgruppen noch verschärft. Aus Mali wurden Kämpfe zwischen Arabern und Tuareg gemeldet und es wird befürchtet, dass die Hilferufe beider Gruppen an ihre “Brüder” außerhalb der Landesgrenzen zu neuen und größeren Kämpfen führen könnten. In Niger sind die Sicherheitsmaßnahmen verschärft worden. In Tahoua/Bagga wird nun den Tuareg untersagt, sich nach 20 Uhr außerhalb ihres Camps oder ihrer Häuser zu bewegen.

Mittlerweile hat die Regenzeit begonnen und nun stehen für viele Nigrer die Feldarbeiten im Mittelpunkt ihrer Besorgnisse. Mag sie eine wohltuende Pause sein und zu einem neuen Friedenswillen anregen! Er ist bitter nötig in dieser düsteren Periode wo man jederzeit eine Eskalation des Konfliktes befürchten muss.

Schon zum dritten Mal konnte die Vorsitzende von TATIT wegen den strengen Sicherheitsmaßnahmen Niamey nicht verlassen und nach Tahoua und Bagga weiterreisen. Ihr Aufenthalt musste sich einmal mehr auf die Hauptstadt beschränken, wo sie immerhin Besuch aus Tahoua und Bagga empfangen konnte.

Man begegnet in Niamey vielen Flüchtlingen aus Mali. Um in diesem fremden Land überleben zu können, versuchen einige das einzige Gut das sie noch besitzen, das Auto in dem sie hierhergereist sind, für einen Spotpreis zu verkaufen.

TAHOUA

Hier fällt nicht nur der elektrische Strom oft aus, sondern ebenfalls das fließende Wasser. Man fragt sich was aus der großen Bohrung geworden ist, die Frankreich 2003 anlässlich des Staatsbesuches des damaligen französischen Staatspräsidenten Chirac der Stadt Tahoua geschenkt hat. Anscheinend ist sie nicht mehr in Betrieb.

Nachdem ein Schüler einen Lehrer geohrfeigt hatte, wurde in allen privaten Schulen von Tahoua mehrere Wochen lang gestreikt. Die Lehrer protestierten damit gegen das zunehmend schlechte Benehmen der Schüler und das Desinteresse der Eltern. Diese Situation, die wir leider seit einiger Zeit in unserer westlichen Gesellschaft kennen, ist hier neu. Bis vor kurzem war für die afrikanischen Kinder der Respekt gegenüber allen älteren Personen, vor allem Eltern und Lehrern, noch selbstverständlich.
Die Tuareg Kinder bilden in den meisten Schulklassen eine kleine Minderheit. Für sie gelten noch vorwiegend die alten Anstandsregeln!
Unsere drei Kandidaten für die „Mittlere Reife“, Albascharette, Adamu und Bila, haben sich während des Streiks zuhause auf diese Prüfung vorbereitet. Nun hat der Unterricht wieder begonnen und sie hoffen dass der Ausfall vieler Unterrichtstunden keine negativen Auswirkungen haben wird.
Den anderen Schülern stehen kleinere Prüfungen bevor, die sie bestehen müssen damit sie im Herbst in die nächsthöhere Schulklasse aufsteigen können.
Unsere drei ehemaligen Informatikstudenten, Jamila, Mohamed und Ekam, haben jetzt feste Arbeitsverträge. Ihre Patenschaft ist mit ihrem Eintritt in das Berufsleben beendet.

BAGGA

Vor ein paar Jahren finanzierte die E.U. in dieser Gegend eine große Bohrung, dank der alle Dörfer mit trinkbarem Wasser versorgt werden sollten. Leider ist diese Bohrung die meiste Zeit außer Betrieb, so holen die Dorfbewohner ihr Wasser mit ihren Eselkarren an unserer wesentlich kleineren Vergnet Pumpe. Diese Pumpe war nur für die Anwohner unseres Anwesens vorgesehen. Sie ist daher nicht für eine so intensive Benützung gebaut, was zur Folge hat, dass sie oft repariert werden muss. Nun haben wir beschlossen, die Pumpe nicht mehr sofort zu reparieren, damit es sich die Leute der Dörfer angewöhnen, ihr Wasser an einem anderen Ort zu holen.

Nachdem auch hier der erste Regen gefallen ist, wurden in unserem Garten Bohnen und Erdnüsse gepflanzt, die typische Regenzeitplanzungen sind. Bevor man die Hirse pflanzen konnte, mussten die Hirsefelder von Bagga und Tiggart zuerst tief gepflügt werden. Der Kot der vielen Ziegen, Schafe und Kamele, die hier die Trockenzeit verbringen, hat eine dichte Schicht hinterlassen, die mit der Zeit eine wasserdichte Kruste bildete. Der gebührenpflichtige Einsatz eines Traktors war dafür notwendig.

Die Patenkinder und das Leben in den Buschcamps

Leider konnte die Vorsitzende unsere Familien und die Patenkinder wieder nicht sehen, aber Besucher machten ihr ausführliche Berichte über ihr Befinden und ihr Leben.
Allen Leuten geht es gut. Madu hat sogar einige Fotos mitbringen können.Bitte klicken Leider fehlen einige Patenkinder in dieser Galerie, aber ihre Paten und Patinnen können beruhigt sein: sie sind gesund und munter!

Da die Regenzeit begonnen hat, werden die Nomadenfamilien bald Tiggart verlassen und in Richtung Norden ziehen. Unsere Buschschule wird dann schließen und die Kinder werden Schulferien haben. Sobald die Regenzeit vorbei ist und man die Hirse geerntet hat, werden die Familien wiederkommen und der Unterricht neu beginnen, denn er erfreut sich einer ständig wachsenden Beliebtheit

Letzten November wurde in Tiggart ein Familienvater, Saraidu, von seinem Kamel schwer verletzt. Er wurde bewusstlos nach Tahoua transportiert, wo er gepflegt werden konnte. Nun kann er sich wieder ganz normal bewegen. Im Dezember erlitt ein Junge in einem Camp schwere Kopfverletzungen. Auch ihm geht es heute wieder gut.

Mit dem Beginn der Regenzeit beginnt auch die gefürchtete Zeit der Malaria, der jedes Jahr viele Menschen zum Opfer fallen.

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06.März 2013

Seit dem letzten updating unserer Homepage haben in Mali viele wichtige Ereignisse stattgefunden: Der Eingriff der französischen Armee, um die Städte Nord-Malis von den Islamisten zu befreien, und die heute noch anhaltenden Kämpfe im Adrar des Ifoghas um sie zu vernichten, und die Geiseln zu befreien.
Die Medien haben ausführlich darüber berichtet. Heute wird weniger davon gesprochen und geschrieben, aber diese Ereignisse haben nicht nur in Mali schwere Auswirkungen, sondern auch in allen Sahelländern und nun ebenfalls in allen angrenzenden Staaten Westafrikas.

NIGER

Nigers Staatspräsident war einer der ersten westafrikanischen Staatsoberhäupter, der Frankreichs Eingriff in Nord-Mali nicht nur befürwortete, sondern auch mit nigrischen Truppen unterstützte. Leider scheint nach den nun stattfindenden Kämpfen im Adrar des Ifoghas dessen Zustimmung nicht mehr gewährleistet zu sein. Es wird als schwerer Eingriff in Malis interne Staatangelegenheiten betrachtet, dass Frankreich an seiner Seite die laïstische Tuareg Rebellenbewegung MNLA, die der malischen Armee verbietet dieses Gebiet zu betreten, als Verbündete hat. Es war diese Bewegung, die letztes Jahr die Unabhängigkeit des Azawad in Nord-Mali erklärt hatte, aber heute kämpft sie nur noch für die politische Selbstbestimmung dieser Region.
In Niger befürchtet man nämlich, dass die Unterstützung der MNLA durch die Franzosen bei den nigrischen Tuareg in Nord-Niger erneut Forderungen für mehr Autonomie in ihrer Region aufflammen lassen könnte. Die große Mehrheit der Tuareg Nigers will in Frieden leben, aber alle Tuareg müssen nun genau wie in Mali befürchten, Opfer der Spannungen zwischen den verschiedenen ethnischen Gruppen zu werden.

TAHOUA, BAGGA und die Camps

In TAHOUA bereiten sich alle unsere Schüler auf die Endprüfungen ihres Schuljahres vor. Bei den meisten von ihnen geht es nur um die Versetzung in die nächsthöhere Schulklasse, aber für Bila, Adamu und Albascharette ist die Lage ernster: sie bereiten sich auf die „Mittlere Reife“ vor.

Jamila, Ekam und Mohamed sind nun in den Firmen, in denen sie ihr Praktikum absolvierten, definitiv angestellt. Sie sind ihren Paten und Patinnen, die sie auf ihrem langen, aber erfolgreichen Schulweg begleitet haben, sehr dankbar. Ihre Patenschaft geht damit zu Ende, und ihre Paten und Patinnen unterstützen nun neue Patenkinder.

In BAGGA werden die Kartoffeln, Tomaten und grünen Bohnen, die in dem Gemüsegarten wachsen, wieder mit einer Benzinpumpe bewässert. Die Installation der neuen Solarpumpen kann leider wegen den Sicherheitsproblemen vor Ort noch nicht in Betracht gezogen werden.

In der Buschschule werden ca 20 Kinder in zwei Schichten unterrichtet. Sie wechseln sich halbtägig ab, um neben dem Unterricht ihrer Pflicht, die Herde der Familie zu beaufsichtigen, nachgehen zu können.

Mehrere Familien, die seit Jahren in Nord-Mali lebten und wegen den Kämpfen dieses Gebiet fluchtartig verlassen mussten, sind von Familienmitgliedern in den camps aufgenommen worden. Sie müssen nicht nur ernährt, sondern auch gepflegt werden.
Eine Frau ist mit ihren vier Kindern aus einem Flüchtlingslager an der malischen Grenze angekommen. Der Familienvater wurde von den Islamisten entführt und man weiß nicht, was aus ihm geworden ist. Diese Frau erzählte von der schwierigen Situation, in der die Leute im Busch von Nord-Mali leben, während unsere Medien nur von den Städten berichten. Die vier Kinder haben ein schweres Trauma erlitten. Das Älteste, ein ca 15 jähriger Knabe, konnte davon nicht befreit werden und starb zwei Tage nach der Ankunft der Familie im Camp.

Während Flüchtlingsfamilien aus Mali ankommen, sind viele Tuareg, die gehofft hatten in Libyen eine Arbeit und bessere Lebensbedingungen zu finden, wieder auf dem Heimweg. Vor Gaddafis Sturz hatten sie dort ein anständiges Einkommen, das es ihnen sogar ermöglichte, die zurückgebliebenen Familienmitglieder finanziell zu unterstützen. Nun klagen sie über viel schlechtere Arbeitsbedingungen, massiv gestiegene Preise und einem wachsenden Rassismus, denn den Tuareg wird vorgeworfen, Gaddafi unterstützt zu haben und von ihm bevorteilt worden zu sein.

Am 17. Januar erreichte uns die traurige Nachricht vom Tod des Sippenältesten, Abduss. Sein genaues Alter war nicht bekannt aber die Sippe hielt ihn für mehr als hundertjährig… was sogar stimmen könnte. Mit Abduss verschwindet ein kostbarer, unersetzbarer Zeuge der Geschichte der Sippe.

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Glückwünsche für 2013 (Bitte anklicken!)

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21.Dezember 2012

Im Norden von Mali herrschen immer noch die islamistischen Terroristengruppen, von denen sich die laizistische Tuareg Bewegung MNLA nun offiziell distanziert hat. Falls keine friedliche Lösung gefunden werden kann, hat die UNO einen bewaffneten Eingriff von afrikanischen Truppen in Mali bewilligt. Leider ist in allen Fällen zu befürchten, dass dieser Konflikt das mangelhafte Verständnis zwischen den Nomadenvölkern im Norden und der sesshaften Bevölkerung im Süden noch verschlimmern wird.
Viele Malier sind über die Grenzen geflüchtet und auch Niger hat unzählige Flüchtlinge ankommen sehen, denen das Land nun helfen muss zu überleben.

Um dem Schmuggel und der illegalen Einreise von zahlreichen Migranten aus dem Süden entgegenzuwirken, hat Libyen seine südlichen Grenzen geschlossen. In Niger war die vorwiegend arme Bevölkerung froh, von den tiefen Preisen der geschmuggelten Produkte profitieren zu können, so dass die Schließung der Grenze für sie nun dramatische Folgen hat. Auch für die Migranten, die in Libyen Arbeit suchen wollen, hat diese Änderung schreckliche Auswirkungen: sie müssen nun versuchen, durch menschenleere Wüstengebiete über die Grenze zu kommen, was das Risiko, dass noch mehr von ihnen verdursten und verhungern, dramatisch erhöhen wird.

TAHOUA

Für unsere 10 Schüler hat der Schulunterricht Ende September wieder begonnen. Yussuf studiert nun in einem Gymnasium in Niamey weiter. Seine Lehrer sind sehr zufrieden mit seiner Arbeit.

BAGGA und die Camps

In unserer kleinen Buschschule hat der Unterricht seit November wieder begonnen. Sie wurde - wie letztes Jahr - nach Tiggart verlegt, weil die Viehzüchterfamilien dort bessere Weideplätze für ihre Tiere finden können.

Im November wurde ein Familienvater, Saraidu, Opfer eines schweren Unfalls mit seinem Kamel. Er wurde bewusstlos nach Tahoua transportiert wo er sich von seinen zahlreichen Verletzungen erholen konnte.
Im Dezember meldete man uns einen weiteren Unfall dessen Opfer ein Jugendlicher ist, der von einem Esel gestürzt war. Er hatte eine offene Wunde am Kopf. Nach einem dreitägigen Spitalaufenthalt ist auch er wieder geheilt in seine Familie zurückgekehrt.

Dank dem mobilen Telefon kann sich die Vorsitzende laufend über das Befinden unserer Patenkinder und ihrer Familien informieren. Sie befinden sich alle in guter Gesundheit.

Wie immer in dieser Jahreszeit, verursacht die Rückkehr der Nomaden und ihren Herden aus den Weideplätzen im Norden, schwere Konflikte mit den sesshaften Landwirten in der Gegend von Bagga. Wird ein Tier in einem Garten gefunden, kommt der Vorfall sofort vor das örtliche Gericht und Madu, der Ehemann der Vorsitzenden, hat als Sippenchef der Nomaden alle Hände voll zu tun, um die Ansprüche der Landwirte auf Schadenersatz in Grenzen zu halten.

Stand der Vereinigung

An der letzten Generalversammlung, die am 17. November 2012 in Saint-Louis (F-68300) stattgefunden hat, zählte TATIT 83 aktive Mitglieder in Frankreich, der Schweiz, Deutschland und Österreich, sowie 38 Paten und Patinnen in denselben Ländern. Diese unterstützen unsere Schüler in Tahoua sowie die Buschpatenkinder denen wir dank ihrer Hilfe Tiere für eine eigene Herde kaufen können.

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siehe "Letzter Brief der Vorsitzenden" Oktober 2012

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12. September 2012

Die Lage in Mali ist weiterhin sehr besorgniserregend und es konnte noch keine politische Lösung gefunden werden um die Islamisten im Norden des Landes loszuwerden, und in dem ganzen Land den Frieden wiederherzustellen.
Im benachbarten und von dieser Krise direkt betroffenen Niger hoffen die Leute dass keine militärische Intervention auch ihr Land in den drohenden Krieg mitreißen wird.

Die Regenzeit hatte sehr schlecht begonnen, aber nun scheint sie doch die Hoffnungen die nach dem schlechten Ergebnis von 2011 in sie gesetzt wurden, erfüllen zu wollen. Nach der großen Dürre kam der große Regen, der leider sintflutartig viele Gegenden heimsuchte und schlimme Überschwemmungen verursachte. Nun steht auf den Feldern die Hirse zur baldigen Ernte bereit und im Norden, wo unsere Viehzüchterfamilien zurzeit nomadisieren, ist viel Gras gewachsen, so dass den Tieren genügend Futter zur Verfügung steht.
Leider hat diese Feuchtigkeit auch das Gedeihen von den Anopheles-Mücken begünstigt und viele Leute sind sowohl in den Städten wie auch in den Camps an Malaria erkrankt.
Dieses Jahr scheint die Resistenz der Parasiten gegen die üblichen Behandlungsmethoden beträchtlich zugenommen zu haben, denn nur dank längerer Spitalaufenthalten konnten mehreren kranke Nomaden, die Madu (Mohamadu Elhadji) in einem nahezu hoffnungslosen Zustand von den Camps nach Tahoua transportierte, geheilt werden. Leider starben zwei Jugendliche kurz vor Madus Ankunft.

Neben den vielen Malariaerkrankungen sorgten auch zwei Fälle von Diphtheritis für ein qualvolles Bangen. Als ihm von dem Zustand der Erkrankten berichtet wurde, fuhr Madu sofort los um sie zu holen. Die junge Frau, Leila, konnte man in Tahoua pflegen, aber der erwachsene Familienvater, Hamada, musste nach Niamey transportiert werden. Beide waren am Sterben als sie das Camp verließen und die Freude der Familie war riesengroß als sie lebend und geheilt zurückkamen.

TAHOUA

Der Schulanfang steht vor der Tür. Am 17. September ist es soweit !
Wir betreuen 10 Jugendliche die sich auf diesen Neubeginn vorbereiten: Yusuf, der bei der „Mittleren Reife“ erfolgreich war, wird sich in Niamey auf das Abitur vorbereiten. Bila hat es leider nicht geschafft und wird das Schuljahr wiederholen. Er wird sich dort in Begleitung von Albascharette und Adamu, unsere zwei neuen Kandidaten für die Mittlere Reife, erneut auf diese Prüfung vorbereiten.
Bassiru, ein junger Haussa der seit Jahren bei uns wohnt, hat die „Mittlere Reife“ geschafft und will es mit dem Abitur versuchen. Er ist ein guter Schüler und wir unterstützen ihn weil seine Eltern zu arm sind um ihm ein Studium zu ermöglichen.
Vier Mädchen, Zeinabu, Leila, Mariama und Fatima, sowie Sofian, der einzige Junge dieser Altersklasse, gehen noch in die Grundschule.

Der Schulanfang kommt uns immer teurer zu stehen, denn die Preise sind in den letzten Jahren in Niger sehr gestiegen. Damit sie bessere Chancen haben in den Genuss eines normalen Schuljahres zu kommen, besuchen alle unsere Schüler eine kostenpflichtige Privatschule. In diesen Schulen bekommen nämlich die Lehrer einen regelmäßigen und anständigen Lohn, was in den staatlichen Schulen, wo wochenlanges Streiken die Schüler benachteiligt, leider nicht der Fall ist.

Unsere drei Ältesten, Jamila, Ekam und Mohamed, werden in drei Monaten die Nachricht bekommen ob sie an ihrem Arbeitsplatz definitiv angestellt sind.

BAGGA

Allen Patenkindern geht es gut. Die Nomadenfamilien befinden sich noch im Norden und unsere kleine Busch Schule wird erst wieder beginnen wenn die Hirse fertig geerntet ist und die Familien in das Tal von Bagga zurückkehren können.

Die deutsche Firma LORENTZ Gmbh&Co (24558 Henstedt-Ulzburg) die uns die zwei Solarpumpen , die nun leider in unserem Garten außer Dienst sind, geliefert hatte (Siehe Juni 2008), schenkt uns zwei neue Pumpen.

Einen großen Dank an die Firma LORENTZ für diese großzügige Geste.

Leider ist noch nicht absehbar wann sie von unseren „Elektrikern ohne Grenzen“ vor Ort installiert werden können, da es die Sicherheitslage in Niger zurzeit nicht erlaubt nach Bagga zu reisen.

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März - April 2012

siehe "Letzter Brief der Vorsitzenden"

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01. März 2012

Da sich zurzeit alle unsere Medien mit der Syrienkrise beschäftigen, erfährt man nur sehr wenig von dem Drama das sich seit einigen Wochen in Mali abspielt. Der im Norden dieses Landes herrschende Zivilkrieg hat mehr als 100 000 Menschen gezwungen über die Landesgrenzen in die Nachbarländer, darunter Niger, zu flüchten. Die malische Armee, die Rebellenbewegung MNLA (Mouvement National de Libération de l’Azawad) und AQMI (Al Qaïda im islamischen Maghreb) schieben sich gegenseitig die Verantwortung für die Ermordung von unschuldigen Zivilisten in die Schuhe. Im ganzen Land, auch in der Hauptstadt Bamako, werden die „Hellhäutigen“, zu denen die meisten Tuareg gehören, Opfer von Vergeltungsmaßnahmen seitens der schwarzen Bevölkerung, die deren Unabhängigkeitsforderungen für den Norden des Landes nicht mehr länger dulden will.

In Niger, wo die Probleme zwischen dem Süden und dem Norden des Landes ähnlich sind wie in Mali, konnte bis jetzt ein neuer Zivilkrieg verhindert werden. Aber auch in dieses Land sind viele ex-Kämpfer aus Libyen zurückgekehrt, und sie besitzen, wie in Mali, moderne Kriegswaffen mit denen sie in Libyen gelernt haben sehr gut umzugehen.

Reise der Vorsitzenden von TATIT nach Niger

Danielle, die Vorsitzende von TATIT, hat es sich dieses Jahr lange überlegt ob sie nach Niger fliegen soll. Von Reisen in dieses Land wird nach wie vor abgeraten, denn die Gefahr als Geisel entführt zu werden ist mehr denn je aktuell. Das Hauptlager von AQMI, wo seit 2010 vier französische Geiseln festgehalten werden, befindet sich im Nord-Westen von Niger direkt an der Grenze zu Mali, und nun kommen neue Drohungen von der südlichen Grenze des Landes, aus Nigeria, wo die radikale islamische Terroristengruppe Boko Haram ihr Unwesen treibt.

Die Gegend von Tahoua/Bagga befindet sich in unmittelbarer Nähe dieser zwei Gefahrenzonen, so wird Danielle aus Sicherheitsgründen nicht dorthin reisen. Obwohl es ihr unendlich leid tut dass sie unsere Nomadenfamilien und unsere Patenkinder ein weiteres Jahr nicht sehen kann, muss sie in solch einer Situation die Vernunft über ihre Gefühle siegen lassen…
Sie wird also, wie 2011, ihren ganzen Aufenthalt (18 März-17.April) in ihrem Haus in Niamey verbringen. Wenigstens wird sie im Lande sein und sich dort ein besseres Bild von der Lage vor Ort machen können. Unsere zwei Informatikstudenten Mohamed und Ekam, die zurzeit in der Hauptstadt ein mehrmonatiges Praktikum machen, haben dort ebenfalls „ihre Zelte“ aufgeschlagen. Und sie hofft Besuche aus Tahoua und Bagga zu bekommen… aber die Reise (550KM) ist leider beschwerlich und für nigrische Verhältnisse nicht gerade billig.

Nachrichten von unseren Nomadenfamilien

Nachdem in Libyen der Frieden zurückgekehrt ist, wollen die nigrischen Flüchtlinge in diesem Land, in dem sie vor Gaddafis Sturz Arbeit und bessere Lebensbedingungen gefunden hatten, erneut ihr Glück versuchen. Einzelne Familien hatten sich bereits Anfang des Jahres auf den Weg gemacht. Da sie nach ihrer Ankunft nur Positives berichteten - sie werden dort nicht verfolgt und haben sofort wieder Arbeit gefunden - reisen nun immer mehr Familien nach Libyen zurück. TATIT übernimmt die Reisekosten für diejenige unter ihnen die mittellos sind, und das sind die meisten. Wir werden dadurch in der Zukunft weniger Ausgaben haben, wenn in Notlagen dann weniger Leute ernährt und gepflegt werden müssen. Denn in großen Gebieten von Niger, darunter die Gegend von Tahoua/Bagga, breitet sich eine neue Hungersnot aus…

BAGGA : Da es auf den Weideplätzen schon kein Futter für die Tiere mehr gibt, sind die meisten Familien weggezogen und haben ihre Zelte in Tiggart, ca 30 KM nördlicher,aufgeschlagen. Auch unsere kleine Buschschule wurde dorthin verlegt. Sie wird jeden Tag von 30 kleinen wie größeren Schülern besucht.

Unsere Gärten: Nun beherrschen die Trockenzeit-Bebauungen das landwirtschaftliche Bild und in unseren Gärten gedeihen neben unseren Mangobäumen Tomaten, Zwiebeln, Kopfsalate und gelbe Rüben. Da die Reparatur von unseren Solarpumpen noch nicht absehbar ist, sind nun die benzinbetrieben Pumpen (leider ist das Benzin teuer) sowie unsere guten alten Gießkannen wieder im Einsatz.

Lebensbedingungen : Da die meisten Nigrer zurzeit ihr ganzes Geld für ihre Basisnahrungsmittel (Reis, Hirse..u.s.w.) ausgeben müssen, finden die Tiere der Viehzüchter auf den lokalen Viehmärkten keine Abnehmer. Früher konnten sie sie über die Grenze nach Nigeria transportieren, wo höhere Preise üblich waren. Nun ist die Grenze nach Nigeria wegen der Terroristengruppe BOKO HARAM geschlossen und wird streng überwacht, so dass für die Viehzüchter kein Überschreiten mehr möglich ist. Sie sind also auf die lokalen Märkte angewiesen, und müssen dort ihre Tiere für ständig sinkende Preise hergeben . Es wird für sie immer schwieriger ihre Familien zu ernähren.
Wir haben diese tiefen Preise zum Anlass genommen, 68 Ziegen und 18 Schafe zu kaufen, die den Familien unserer Patenkinder übergeben wurden.

TAHOUA : Allen unseren Patenkindern geht es gut. Die Schüler sind fleißig am Studieren. Jamila, unsere Informatikstudentin, macht ein sechsmonatiges Praktikum in einer einheimischen Kleinfirma, deren Verwaltung sie übernommen hat. Vielleicht kann daraus sogar einen Dauerjob werden …

Leider muss Madu (der Sippenchef und Ehemann der Vorsitzenden ) immer wieder Kranke aus den Nomadenlagern holen und sie nach Tahoua bringen. Sie werden in unserem Haus gepflegt, die leichteren Fälle sofort nach ihrer Ankunft, die anderen nach deren Entlassung aus dem Spital. Alle leiden an hohem Fieber, Erbrechen, Durchfall, was auf ihren schlechten Ernährungszustand und dem verseuchten Wasser, das sie im Busch trinken, zurückzuführen ist. Und immer wird noch zusätzlich Malaria festgestellt.

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Glückwünsche für 2012 (Bitte anklicken!)

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19. Dezember 2011

Die Ernte 2011 hat wegen den schlechten Wetterverhältnissen am Ende der Regenzeit und wegen der Heuschreckenplage nur 15 % des erhofften Ertrages gebracht. Nun steht das Land einem neuen schweren Defizit an lebensnotwendigem Getreide gegenüber und eine neue Hungersnot ist zu befürchten.

Bagga : alle Nomadenfamilien sind nun zurückgekommen und der Unterricht hat in unserer kleinen Schule wieder begonnen.

Da der Krieg in Libyen beendet ist, sind mehrere Flüchtlingsfamilien in dieses Land zurückgekehrt in der Hoffnung dort ihre ehemalige Arbeit wiederzufinden. Die ersten Berichte über die Lage vor Ort sind positiv. Wenn die gute Nachricht dass für sie dort keine Gefahr mehr besteht, bestätigt wird, werden sich weitere Familien auf den Weg machen um dort erneut ihr Glück zu versuchen. Aber die meisten Flüchtlinge ziehen es vor weiterhin vorsichtig zu sein und ihre Abreise zu verschieben bis sie wirklich sicher sein können dass sie auch unter Libyens neuer Regierung ein sicheres Einkommen und korrekte Lebensbedingungen finden werden.

Tahoua : die Gesundheit unserer Schülerin Albacharette hat uns grosse Sorgen gemacht. Sie musste mit hohem Fieber und starken Schmerzen in das Spital von Tahoua eingeliefert werden. Dort stellte man verschiedene Infektionen sowie Malaria fest. Sie konnte nach einigen Tagen gesund entlassen werden und nun drückt sie wieder fleißig die Schulbank.

6. Oktober 2011

Die Regenzeit verlief bis Ende August zufriedenstellend, nahm dann aber leider im September eine dramatische Wende.
Der letzte Regen, der für die endgültige Reifung der Hirse sorgt, ließ lange auf sich warten. Als er endlich doch noch eintraf, war es leider für die Hirse zu spät. Hinzu kam dass er auf einen trockenen und überhitzten Boden fiel, was zur Folge hatte dass alle Pflanzen buchstäblich verbrüht wurden. Eine Raupen- und Heuschreckeninvasion, die niemand hatte kommen sehen, vernichtete zusätzlich die wenigen Bebauungen, die dem Desaster entkommen waren.

Ein großer Teil Nigers, darunter auch die Gegend von Bagga, ist betroffen. Das Land steht vor einer neuen humanitären Katastrophe, denn viele schon selber in großer Armut lebende Einwohner müssen nun noch zusätzlich aus Libyen geflüchtete Familienangehörige ernähren.

Nigers neuer Staatspräsident Mahamadu Issufu hat die UNO in New York sowie Frankreichs Staatspräsident Sarkosy über die schwierige Lage in seinem Land informiert und gleichzeitig einen Hilferuf an die internationale Gemeinschaft gerichtet. Leider scheint dieser Hilferuf in unseren westlichen Medien kein Echo zu finden…

Einmal mehr wird Niger leidgeprüft und auch unsere Tuareg Familien sind direkt betroffen, denn auch sie haben die schwere Aufgabe nicht nur für sich selbst, sondern ebenfalls für 150 mittellos aus Libyen zurückgekehrte Familien zu sorgen.

Wir werden dankbar sein für jede Spende, denn wir müssen unbedingt diesen Leuten helfen zu überleben!

TAHOUA : Unsere Schüler drücken seit Anfang Oktober wieder fleißig die Schulbank.
Leila, Sofian, Zeinabu und Mariama gehen noch in die Grundschule, Adamu, Albascharet, Yussuf und Bila in das Gymnasium, und die drei Ältesten besuchen weiter die Informatikschule.

BAGGA : Die Nomadenfamilien sind noch nicht aus dem Norden zurückgekommen, und unsere kleine Buschschule wartet noch auf ihre Schüler.

Die zwei Solarpumpen in unserem Garten verweigern leider seit einiger Zeit den Dienst und weder die telefonischen Ratschläge von unseren „Elektrikern ohne Grenzen“ noch die Hilfsversuche von einheimischen Fachleuten konnten sie wieder in Betrieb setzen.
Leider wird wegen der Entführungsgefahr von einer Reise nach Niger immer noch abgeraten, so dass keine westlichen Fachleute vor Ort sein können.
Wir haben trotzdem die Hoffnung noch nicht aufgegeben in absehbarer Zeit eine Lösung finden zu können.

Glücklicherweise lässt uns die manuelle Vergnet-Pumpe nicht im Stich ! Sie ist fleißig im Einsatz und versorgt die ganze Umgebung mit trinkbarem Wasser aus unserer Bohrung.

2. September 2011

Die Monate Juli und August verliefen relativ ruhig, aber nun kommt leider die Nachricht dass bei den Libyen-Flüchtlingen, die mit unseren Familien nördlich von Tahoua nomadisieren, ein weiterer Todesfall zu beklagen ist. Ein fünfjähriges Mädchen, das an Diphtheritis erkrankt war, starb im Spital von Tahoua. Hingegen konnten mehrere Familienväter geheilt das Spital verlassen, nachdem man wegen schweren Malaria und Typhus Anfällen für ihr Leben gebangt hatte.
Madu (Mohamadou Elhadji) hat sie wieder zurück in ihre Camps gebracht. Viele Leute dort leiden an oft schwer identifizierbaren Krankheiten, da fast immer mehrere verschiedene Erreger dafür verantwortlich sind. Er vermutet dass die schlechte Wasserqualität der dortigen Brunnen und Teiche diese Krankheiten verursacht, denen besonders die geschwächten Flüchtlinge zum Opfer fallen.

Die Regenzeit verläuft bis jetzt zufriedenstellend, sowohl im Tal von Bagga wo die Hirse auf den Feldern und das Gemüse in den Gärten gut wachsen, wie auch im Norden wo es genügend Weideplätze für die Tiere gibt.

Die Schüler genießen noch ihre letzten Ferienwochen.
In Tahoua findet der Schulanfang am ersten Oktober statt. Yussuf, der die Mittlere Reife nicht bestanden hat, muss als einziger unserer Schüler sein Schuljahr wiederholen.
Unsere drei Informatik-Studenten, die die erste Stufe ihres Berufsdiploms bestanden haben, setzten ihr Studium fort. Sie wollen sich mit einem höheren Diplom bessere Chancen geben später eine gute Arbeit zu finden.
In Bagga wird die Buschschule nicht vor November erneut starten können. Die Nomadenfamilien kommen erst wieder zurück wenn die Hirse geerntet ist und somit der Platz auf den Feldern für sie wieder freigegeben wird.

27.Juni 2011

Nach dem Tod eines dritten Kindes in unseren Nomadencamps, scheint nun die Meningitis-Epidemie abzuklingen.
Mehr als 350 Jugendliche wurden im Mai geimpft , unter ihnen viele Kinder von Familien die aus Libyen geflüchtet sind. Diese Impfaktion kostete uns 3000 € ! Sie haben ein « Loch » in unserer Kasse hinterlassen, aber Kinderleben haben nun einmal keinen Preis ! Auch der Spitalaufenthalt von fünf Jugendlichen musste bezahlt werden, aber immerhin konnte ihr Leben gerettet werden.

Nun hat die Regenzeit begonnen und alle Nomadenfamilien sind in Richtung Norden aufgebrochen. Die Landwirte haben die Äcker, die sie den Nomaden während der Trockenzeit zur Verfügung stellen, wie jedes Jahr mit Hirse bebaut.
Die 150 Familien aus Libyen mußten ebenfalls die Gegend von Bagga verlassen. Sie sind zu den anderen Nomadenfamilien gezogen, die sie nun ernähren müssen, obwohl sie selber nur das Allernötigste zum Überleben haben.

Ein großes Dankeschön an alle Mitglieder und Freunde die uns Spenden geschickt haben ! Damit konnten wir ein wenig dieses Elend lindern, leider muß noch viel getan werden . Das Ende des Tunnels ist noch lange nicht in Sicht !

BAGGA
Nach der Abreise der Nomadenfamilien genießt nun der Lehrer unserer Nomadenschule wohlverdiente Ferien. Die Bilanz dieser ersten Schulsaison ist durchaus positiv und sobald die Schüler mit ihren Familien zurückkehren, wird der Unterricht erneut gestartet.

Unsere Gärten wurden mit Hirse, Bohnen und Erdnüssen bebaut.

Letztes Jahr wurde im Dorf Bagga (5 Kilometer von unserem Anwesen entfernt) an einer großen Bohrung gearbeitet. Wir haben gehofft dass ihre Inbetriebnahme die Zahl der Benutzer unserer Vergnetpumpe drastisch reduzieren wird, so daß sie nur noch die Bewohner unseres Anwesens benutzen werden. In dieser Hoffnung haben wir die schon lange fällige Reparatur dieser Pumpe immer wieder aufgeschoben. Leider scheint nun die schöne, von der Europäischen Union finanzierte Bohrung ihre Dienste verweigern zu wollen, so daß nach der endlich erledigten Reparatur unsere Pumpe erneut von allen Bewohnern der Gegend besucht wird.

TAHOUA
Alle unsere Schüler haben ihr Schuljahr erfolgreich abgeschlossen und werden beim nächsten Schulanfang in die nächsthöhere Klasse steigen.
Yussuf hat die « Mittlere Reife » absolviert, das Ergebnis ist heute noch nicht bekannt.

Nur wenige Kinder bleiben während der Schulferien in Tahoua. Die meisten von ihnen freuen sich darauf das Leben ihrer Familie im Busch zu teilen und die Gesellschaft der anderen Jugendlichen der Sippe genießen zu können.

Adamu hat beschlossen die Tiere seines Großvaters zu betreuen. Er macht das sehr gerne, aber das Nomadenleben im Busch ist hart, und nach zwei Monaten wird er sich sicher wieder auf die Schule freuen !

Unsere drei Informatik-Studenten haben nun ihr erstes Berufsdiplom in der Tasche. Auch sie werden für die Ferien zu ihren Familien reisen, aber sie müssen sich vor dem nächsten Schulanfang überlegt haben wie sie ihre Zukunft gestalten wollen.

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17.Mai 2011

In der Stadt Tahoua und in ihrer Umgebung wird die Situation immer schlimmer.
Der Flüchtlingsstrom aus Libyen wird immer unübersichtlicher und die lokalen Behörden sind total überfordert, da ja wegen der Entführungsgefahr die ausländischen NGOs dem Land fernbleiben müssen. Die Einwohner beklagen sich über eine erhebliche Zunahme von Raubüberfällen und Plünderungen die sie den mittellosen und hungrigen Flüchtlingen zuschreiben.
Nun kommt noch ein bedeutender Anstieg der Meningitisfälle dazu. Diese Krankheit ist während der heißen Trockenzeit sehr verbreitet, aber dieses Jahr scheinen besonders viele Opfer zu beklagen sein. Auch diese Feststellung wird in Verbindung mit den Flüchtlingen gebracht, die geschwächt sind, leichter erkranken, und die Gefahr erhöhen, angesteckt zu werden.

Leider sind unsere Nomadenfamilien ebenfalls von diesem Unheil betroffen, da sie viele aus Libyen heimkehrende Mitglieder beherbergen müssen. Wir haben mit großer Bestürzung den Tod von zwei Jugendlichen erfahren müssen. Einer davon, Ghali Mohamed, war eines unserer Patenkinder. Er war kaum zwanzigjährig. Mit ihm verlieren seine Eltern den einzigen Sohn. Seine Schwester schwebt noch zwischen Leben und Tod, aber wir hoffen daß sie gerettet werden kann. Sobald er von der Situation informiert wurde, ist Madu in den Camp gefahren. Ein Kind war bereits tot, aber er konnte die zwei noch lebenden Jugendlichen in ein Krankenhaus bringen. Leider war es für Ghali Mohamed bereits zu spät.
Nun müssen wir alle Kinder auf dem schnellsten Weg impfen lassen, um weitere Todesfälle zu verhindern.

Wir brauchen in dieser neuen Notlage dringend Ihre Hilfe ! Wir sind dankbar für jede Spende, auch die Kleinste!

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März-April 2011

siehe "Letzter Brief der Vorsitzenden"

26.Februar 2011

Niger hat noch keine neue demokratisch gewählte Regierung. Da der erste Wahlgang im Januar kein definitives Ergebnis erbringen konnte, wird Mitte März ein zweiter Wahlgang stattfinden.

In Bagga hat unser neuer Lehrer den Unterricht in unserer kleinen Buschschule wieder aufgenommen, er wird aber für den zweiten Wahlgang erneut auf der Liste der „Schreiber“ sein.
Jeden Tag kommen ca 15 kleine Schüler in den Unterricht, manchmal mehr, selten weniger. Jeder von ihnen hat eine Schiefertafel, ein Heft, Bleistifte, einen Radiergummi und einen Kugelschreiber bekommen. Und, um sie noch mehr zu motivieren, wird ihnen am Vormittag und am Nachmittag ein Pausenbrot verteilt.

Die Ereignisse in Libyen machen uns große Sorgen.
Viele Nigrer, unter ihnen zahlreiche Tuareg, auch Mitglieder von Madus Familie, wandern seit Jahren nach Libyen aus um dort Arbeit zu suchen. Alle haben es geschafft ein durchaus korrektes Leben zu führen, und die meisten von ihnen konnten sogar der Familie in Niger regelmäßig Geld zukommen lassen.
Unsere Medien berichten nun von der Flucht vieler ausländischer Arbeiter vom Westen Libyens nach Tunesien, vom Osten nach Ägypten, und von der Gefahr, eine Flut von Flüchtlingen von der Nordküste nach Europa auswandern zu sehen, aber niemand erwähnt das Schicksal der vielen Tausenden von meistens papierlosen Afrikanern, die versuchen im Süden Libyens über die Grenze zu kommen, die Grenze nach Niger ! Sie sind auf Lastwagen durch die Wüste eingereist, nun versuchen sie auf demselben Weg wieder in ihr Land zurückzukehren. Sie werden dabei misshandelt und ausgeräubt, ohne dass sich jemand um ihr Schicksal kümmert.

In der nächsten Zeit wird Niger, das ärmste Land der Welt, die meisten seiner nach Libyen ausgewanderten Landsleute zurückkommen sehen. Ihre Familien, denen sie früher helfen konnten zu überleben, werden sie mittellos aufnehmen müssen. Es stehen allen schwere Zeiten bevor…

Wir werden versuchen zu helfen, aber unsere Mittel sind begrenzt, und außerdem haben wir andere Prioritäten. Aber ist nicht das Überleben die größte aller Prioritäten ?
Einmal mehr werden wird mit dieser erbarmungslosen Feststellung konfrontiert werden …

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21.Januar 2011

Niger fiebert den neuen Präsidentschaftswahlen entgegen.

Dieses Ereignis hat nun eine unerwartete Auswirkung auf unser Schulprojekt in Bagga. Seit Usmane mit seinem Laden zu beschäftigt ist, hatten wir für unsere Buschschule keinen Lehrer mehr. In dieser Gegend einen Nachfolger für ihn zu finden war schwierig, so waren wir recht froh als sich endlich ein Kandidat meldete, der dieser Aufgabe gewachsen war und sich auch mit dem bescheidenen Lohn zufrieden gab. Leider wurde er eben als "Schreiber" für die Wahlen in die Stadt zurückgerufen. Er hat aber versprochen, so bald wir möglich nach Bagga zurückzukommen .

Der Garten : Alles Gemüse ( Kartoffeln, gelbe Rüben, Bohnen, Zwiebeln, Pfefferschoten ) wächst gut , aber es mussten für die Bewässerung zwei benzinbetriebene Pumpen gekauft werden. Nun sind beide Solarpumpen ausser Betrieb, und angesichts der aktuellen Lage ( Siehe "Was gibt es Neues in Niger" ) wird kein ausländischer Helfer nach Niger reisen , und wir befürchten dass wir in absehbarer Zeit keine Lösung finden werden können.

Nachdem er viele Kranke aus den Camps in das Spital von Tahoua und wieder zurück befördert hatte, wurde Madu ( Mohamadu Elhadji) selber das Opfer der Malaria. Nach einer Woche im Spital geht es ihm jetzt wieder gut.

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Glückwünsche für 2011

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07.Oktober 2010

Die Regenzeit ist nun zu Ende und die Ernte der Hirse hat begonnen. Sie scheint reichhaltig und gut zu sein. Die Preise sind noch tief und die Nigrer die es sich leisten können beeilen sich Vorräte zu machen, was zur Folge hat dass die Preise bald steigen werden.
Unsere Viehzüchter haben schnell gehandelt und jeder hat zwei oder drei Tiere verkauft. Der Erlös kommt in eine Gemeinschaftskasse für den Kauf von Hirse. TATIT unterstützt diese Aktion mit 1500 €.
Madu hat sich bereit erklärt die Hirse in der Stadt zu kaufen und sie in die entfernten Camps zu befördern um sie dort zu verteilen.

Der Schulanfang hat am 4.Oktober stattgefunden. Alle unsere Schüler von Tahoua haben den Weg in den Unterricht angetreten, auch diejenigen die noch vor einer Woche wegen der Malaria krank im Bett lagen.
Drei Patenkinder besuchen die Grundschule, vier die Realschule, und drei das Institut für Informatik und Wirtschaft.

Unser Haus in Tahoua sieht in letzter Zeit wie eine Klinik aus, so zahlreich sind die Kranken die von den Buschcamps nach Tahoua transportiert werden mussten damit man sie hier mediszinisch pflegen kann. Alle sind an Malaria erkrankt, aber sie haben oft zusätzlich noch andere Pathologien ( Typhus, Enzündungen, Geschwüre, Parasiten). Allen konnte bis jetzt geholfen werden.

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02.September 2010

Die Lage hat sich in Niger verschlechtert : Zu der Hungersnot kommen nun auch Probleme, die die Regenzeit mit sich bringt ! Denn auch dieses Jahr hat der Regen nicht nur Gutes gebracht ! Unwetter und Ueberschwemmungen haben tausende von Nigrern leidgeprüft… aber durch unsere Medien erfahren wir wieder einmal recht wenig davon ! (Siehe Bericht)
Im Gegensatz zu der letzten Februar gestürzten nigrischen Regierung, die den Notstand vor der Öffentlichkeit abgestritten hatte und die ausländischen Hilfswerke aus dem Lande verwies, unterstützt die Militärjunta die Arbeit der humanitären Vereinigungen vor Ort; leider befindet sich Niger nun in einer Zone in der die Gefahr von Al Qaïda entführt zu werden ernsthaft in Betracht gezogen werden muss. Frankreich hat seinen Staatsbürgern die Anweisung gegeben, nicht nach Niger zu reisen, so werden von den meisten Hilfswerken keine Helfer mehr in die Krisengebiete geschickt, und diejenigen die sich im Land befinden, werden zurückgerufen.

Bagga :
Die ganze Gegend wurde von schweren Gewittern heimgesucht und auch unser Garten kam nicht ohne Schaden davon. Der Wasserbehälter einer Solarpumpe wurde durch einen Sturm von seinem Sockel gerissen und fiel zu Boden. Er kann nicht repariert werden und wir müssen leider einen neuen kaufen.
Das angebaute Gemüse und die Hirsefelder kamen bis jetzt heil davon, aber noch ist die Ernte nicht in Sicht !
Eine der Solarpumpen ist ausser Betrieb und wir hoffen dass wir sie reparieren können bevor sie wieder dringend gebraucht wird, zur Zeit sorgt ja der Himmel für die Bewässerung des Gartens !
Noch wissen wir nicht ob die Ernte 2010 gut sein wird, denn dafür muss es noch einige Zeit regelmässig, aber nicht zu stark weiterregnen!

Die Buschcamps:
Den Herden geht es gut. Es regnete viel in den Gebieten in denen unsere Familien während der Regenzeit nomadisieren, und die Tiere finden auf den Weideplätzen genug zu fressen .
Mehrere Nomadenfamilien, die in den Agrazonen kleine Grundstücke gekauft oder gemietet haben, kümmern sich nun abwechslungsweise um die Hirse und um ihre Tiere. Während die einen mit den Herden auf die Weideplätze ziehen, pflegen die anderen das Feld oder den Garten. Bis jetzt scheint diese Strategie erfolgreich zu sein, so dass wir sie nur unterstützen können !

Tahoua :
Die Schüler sind noch bis Oktober in den Ferien.
Ekam hat mit Erfolg sein Praktikum in Niamey abgeschlossen. Djamila hat Arbeit gesucht, leider erfolglos. So hat sie beschlossen ihr Studium fortzusetzen um auf dem Arbeitsmarkt bessere Erfolgsaussichten zu haben. Wir werden sie selbsverständlich dabei unterstützen.
Bila, der zu seinem älteren Bruder Assa gezogen war, ist nach Tahoua zurückgekommen, nun wieder entschlossen hier sein Studium fortzusetzen.
Beim nächsten Schulanfang werden wir zwei neue Patenkinder empfangen, die noch die Grundschule besuchen : Sofian, der an die Stelle von Mussa, von dem wir keine Nachrichten mehr haben, tritt; und Djamilas kleine Schwester Leila.

Wir möchten uns noch einmal ganz herzlich bei allen bedanken, die uns mit Spenden unterstützt haben. Dank der damit gekauften Hirse musste bis jetzt keines unserer Kinder Hunger leiden, und dafür sind wir euch sehr dankbar!

Leider ist die nächste Ernte noch in weiter Ferne und Spenden sind uns immer noch sehr willkommen.

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02. Juli 2010

Leider ist die Hungersnot in Niger immer noch aktuell, auch wenn die Medien nicht davon berichten. Sie droht sogar zuzunehmen, denn obwohl die Regenzeit begonnen hat und die Hirse auf den Feldern gut wächst, ist die Erntezeit noch in weiter Ferne (Oktober).
Dank der Spenden nach dem Aufruf der Vorsitzenden im Mai, konnten bis jetzt 21 Tonnen Hirse an die notleidensten Familien verteilt werden. Wir sind allen die uns helfen sehr dankbar für ihre Grosszügigkeit.

Mit dem Regen sind leider auch die Malariamücken wieder vermehrt aktiv, aber bis jetzt wurde kein schwerer Fall gemeldet.
Hingegen mussten wir einige Tage um das Leben von Fati, der Mutter von 3 unserer Schüler und 4 unserer Buschpatenkinder, bangen; sie wurde in ihrem Camp von einer sehr giftigen Schlange gebissen, konnte aber noch rechtzeitig in das Spital von Tahoua transportiert werden, wo man sie erfolgreich behandelte. Nun geht es ihr wieder gut.

Endlich eine gute Nachricht : Jamila hat ihre Diplomprüfung (Informatik und Buchhaltung) bestanden und wird nach den wohlverdienten Sommerferien nach Assa das zweite unserer Patenkinder sein, das in das Berufsleben einsteigt.... wenn sie das Glück hat, eine Arbeitstelle zu finden !
Ekam macht sein Praktikum in Niamey weiter.
Alle anderen Schüler haben es geschafft in die nächst höhere Klasse aufzusteigen. Yussuf wird 2011 der nächste Kandidat für die Mittlere Reife sein, und wir hoffen dass er erfolgreicher sein wird als seine Vorgänger.

Eine Panne in Nigeria, das grosse Teile von Niger mit Strom versorgt, verursachte während mehreren Wochen einen massiven Stromausfall in Tahoua, der ebenfalls die Wasserversorgung betraf, da die meisten Pumpen der Stadt elektrisch betrieben werden. Nur wenige Minuten pro Tag gab es Strom, während denen sich die Leute beeilten ihre Handies aufzuladen und so viele Wasserkanister wie möglich zu füllen. Die Panne wurde anfangs Juli repariert.

Diverses : In Frankreich findet im Juli ein “Saharafestival” statt, an denen auch Tuareg-Künstler teilnehmen werden. Für Diejenigen die Lust haben einen Frankreichbesuch mit einem Einstieg in die Welt der Tuareg zu verbinden, hier der link (in französischer Sprache): www.temoust.org/rencontres-sahariennes-en-Auvergne

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31.Mai 2010

Bagga :
Die Lage der Leute ist dramatisch. Man findet keine vom Staat subventionierte Hirse mehr. Um auf den Märkten die viel teurere Hirse kaufen zu können, bieten die Viehzüchter ihre Tiere zum Kauf an ; leider werden zur Zeit immer mehr abgemagerte Tiere auf den Viehmärkten angeboten, und sie finden trotz ständig sinkender Preise keine Abnehmer mehr.
Die Situation ist dramatisch für alle, aber die alten Leute sind die ersten Opfer. Meistens besitzen sie keine Tiere mehr, und werden von ihren Kindern verpflegt. Leider haben diese nun die größte Mühe ihre eigene Familie durchzubringen. So schränkt sich jedes erwachsene Familienmitglied ein so gut es geht, aber leider sind immer mehr Tote zu beklagen.

Unseren Familien geht es in dieser Notlage noch verhältnismäßig gut, denn sie bekommen Hilfe von TATIT. Dank dem Aufruf vom 18. Mai, den viele Mitglieder mit Spenden beantwortet haben, konnten bereits 5 Tonnen Hirse gekauft und an die Notleidensten verteilt werden. Leider ist die nächste Ernte aber noch in weiter Sicht.

Der erste Regen ist gefallen, und überall wird auf den Feldern die Hirse gepflanzt. Aber damit es im Oktober zu einer guten Ernte kommt, muss es regelmäßig weiterregnen, und es darf nicht wieder, wie letztes Jahr, nur einige schwere Gewitter geben, die mehr schaden als guttun !

Die meisten Nomadenfamilien, die wegen der Trockenheit in Richtung Süden des Landes gezogen waren, sind zurückgekommen, bereiten sich aber auf einen neuen Wegzug vor. Es gab immer mehr Probleme an der Grenze zu Nigeria, und mit dem Beginn der Regenzeit hoffen sie ebenso gute Weideplätze im Norden Nigers, wo die Nomaden traditionsgemäß während dieser Jahreszeit mit ihren Tieren hinziehen, zu finden. Aber dieses Jahr haben einige Nomaden ihre Herde einem Familienmitglied anvertraut und bei Bagga ein Stück Land gemietet, auf dem sie Hirse gepflanzt haben. Das ist eine ganz neue Einstellung, und TATIT unterstützt sie mit dem Kauf von Saatgut !

Tahoua :
Unsere Studenten der Berufsschule für Informatik und Buchhaltung verbinden zur Zeit Praktikum und Studium.
Mohamed, der Transitkaufmann werden will, hat eben in der Zollbehörde von Niamey ein zweimonatiges Praktikum absolviert. Es war sein erster Kontakt mit seinem zukünftigen Beruf. Er ist sehr zufrieden mit seinen Erfahrungen, die ihn in der Wahl dieses Berufes bestätigen... und die Beamten, die ihn empfingen, waren sehr zufrieden mit ihm und haben ihm ein sehr gutes Zeugnis mitgegeben.
Ekam hat seine Nachfolge angetreten, er ist eben nach Niamey gereist. Beide waren noch nie in der Hauptstadt, so ist diese Erfahrung doppelt lehrreich ! Djamila macht ein Praktikum in Agadez , wo die Vorbereitungen für die Diplomprüfung stattfinden.
Unsere anderen Schüler arbeiten fleißig weiter, obwohl die Hitze in Tahoua fast unerträglich ist, die Wasserversorgung immer öfter ausfällt, und die Sandwinde Regenstürme ankündigen...die selten folgen !

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18.Mai 2010

Hilferuf für die Hungersnot:

Es gibt leider viele dramatische Situationen, nicht nur in den Entwicklungsländern, sondern auch bei uns, und es ist mir bewusst dass ihr alle viel um Spenden gebeten werdet. Sicher zu viel ....

Ich habe deswegen lange gezögert bevor ich diesen Brief an euch schrieb; aber inzwischen ist die Lage in Niger derart dramatisch geworden, daß ich nur noch die Wahl hatte zwischen einem schlechten Gewissen weil auch ich mich nun auf die Liste der um Hilfe bittenden setze, und demjenigen das ich hätte wenn ich nichts unternehmen würde. Ich entschied mich für das erste ....

Diese neue Hungersnot wird von den Medien ignoriert, sie macht keine Schlagzeilen mehr. Andere Dramen stehen nun im Vordergrund, lenken die Aufmerksamkeit auf sich, und damit das Interesse der Leute. Es ist eine Begleiterscheinung unserer Konsumgesellschaft daß nun auch Hungersnöte zur „Wegwerfware“ geworden sind...

Man kann natürlich das Drama das sich erneut dort abspielt, von unserem Gewissen fegen indem man argumentiert daß man seiner regelmässigen Wiederholung, die ja nicht nur der Fatalität zuzuschreiben ist, langsam überdrüssig wird; man kann auch die Schuld, und somit die Verantwortung, sowohl der dortigen Oberschicht, die mehr an ihrer eigenen Bereicherung interessiert ist als am Schicksal ihrer Landsleute, wie auch den westlichen Geschäftsleuten die dort nur den Profit suchen, in die Schuhe schieben.

Das kann man auf Distanz sicher tun, aber wenn man die Leute dort kennt, mit ihnen lebt und sie liebt, ist das nicht möglich !
Ich habe in Niamey bettelnde Tuaregfamilien gesehen, dieses schreckliche Schauspiel kann ich nicht vergessen.

TATIT konnte bis jetzt unseren Familien helfen, aber wie lange werden wir es noch mit unseren bescheidenen Mitteln tun können? Die Hirse ist so teuer geworden dass sich das bald keine Nomadenfamilie mehr leisten kann, und die Hilfe der neuen Regierung fließt nur spärlich.

Für jede Geste, auch die bescheidenste, sind wir sehr dankbar !

Danielle Kronenberger-Elhadji, Vorsitzende von TATIT

Bankangaben für die Überweisung von Spenden auf unser Konto in Frankreich :
Bank : LCL (Crédit Lyonnais)
1 rue de Mulhouse
F-68300 Saint-Louis

Kontoinhaber :TATIT
IBAN FR03 3000 2072 3300 0053 0410 Q30
B.I.C. CRLYFRPP

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Februar-März 2010

siehe "Letzter Brief der Vorsitzenden"

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15.Januar 2010:
Jetzt wo es unserem Schüler Adamu wieder gut geht, hat uns der Zustand des Viehzüchters Aghali, Vater von unseren Buschpatenkindern Ibrahim und Tewelt, grosse Sorgen gemacht ! Er hatte überall Schmerzen und war bis auf die Knochen abgemagert. Nach einer Woche im Spital von Tahoua, wo man sich machtlos erklärte, verschlechterte sich sein Zustand noch mehr, und Madu entschied sich ihn in die 150 KM entfernte amerikanische Klinik von Galmi zu bringen; dort wurden seriöse Untersuchungen gemacht, und der Befund lautete : Magengeschwür, Malaria, Thyphus,und Darmparasiten... um nur das Schlimmste zu nennen ! Nach einer Woche Pflege konnte er in einem viel besseren Zustand in seinen Camp zurückkehren, wo es ihm nun jeden Tag besser geht !

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2.Januar 2010:

Das Leben geht in Tahoua und Bagga auch im neuen Jahr so weiter wie im alten : mit guten und auch schlechten Nachrichten !
Viele Leute sind krank, sie leiden an hohem Fieber und Durchfall; die schlimmsten Fälle wurden in den Spital von Tahoua gebracht, wo sie nun eine energische anti-Malaria Behandlung bekommen.
Diese hohe Zahl an Malaria-Erkrankungen ist für die kalte Jahreszeit recht unüblich, aber es werden ebenfalls unüblich viele Moskitos festgestellt. Mehrere Nomaden sind in entfernten Camps gestorben, doch lässt sich nicht genau feststellen woran, denn meistens sind mehrere Faktoren für den Tod verantwortlich. Hier nimmt man es nicht so genau mit den Ursachen : der Tote wird noch an demselben Tag begraben und es interessiert Niemanden woran er gestorben ist : er ist tot, alles andere ist unwichtig, und unsere westliche Fragerei nach den Ursachen kommt den Leuten recht seltsam vor, denn sie ändern ja nichts an der Tatsache des Todes !
Mitte Dezember hat uns unser Schüler Adamu einen schönen Schrecken eingejagt ! Er litt an einer akkuten Blinddarmentzündung und wurde als Notfall in den Spital gebracht. Es war aber schlussendlich keine Operation nötig und nach einer Woche Behandlung mit Antibiotika konnte er geheilt nach hause entlassen werden ... rechtzeitig um die beginnenden Schulferien geniessen zu können !
Nun ist unser Haus in Tahoua leer, denn alle Schüler verbringen noch ihre letzten Ferientage bei ihren Familien in den Camps.

1.Dezember 2009:

Die kalte Jahreszeit hat ganz plötzlich ihren Einzug gehalten, begleitet von den unangenehmen Sandwinden ! In Bagga sinkt nun die Temperatur nachts auf 15°C, am frühen Morgen steigt sie auf 18°C und tagsüber auf 25 bis 28°C (gegenüber 45°C während der heissen Jahreszeit). Die Leute schlafen draussen und können sich schwer gegen die Kälte schützen, so gibt es viele Fälle von Erkältungsbeschwerden, meistens zusätzlich mit Malaria verbunden.
Die Generalversammlung von TATIT fand am 13. November statt und nun haben alle Mitglieder den Rapport bekommen. Es wurde beschlossen Schafe und Ziegen zu kaufen, da wegen der Schliessung der Grenze zu Nigeria, dem wichtigsten Käufer von Nigers Tieren, deren Preise plötzlich gesunken waren. So konnten an die Nomadenfamilien 68 Tiere verteilt werden. Nun ist die Grenze zwar wieder offen, aber es bestehen immer noch Probleme wenn man sie mit Waren oder Tieren passieren will.

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Oktober 2009

22. Oktober 2009 :
Der westafrikanische Staatenbund ECOWAS hat den Niger aus der Gemeinschaft ausgeschlossen, nachdem sich der nigrische Präsident Mamadou Tandja geweigert hat, die Wahlen für das neue Parlament zu verschieben und Gespräche mit der Opposition zu führen. Es drohen weitere Sanktionen, auch seitens der E.U., sollte Tandja tatsächlich an einer dritten Amtszeit festhalten.(Siehe Presseartikel )
Ein Handelsembargo der westafrikanischen Nachbarn würde den uran-reichen Staat Niger, der selbst keinen Zugang zum Meer hat, schwer treffen.
Leider haben diese Massnahmen bereits negative Auswirkungen : die Preise der grösstenteils importierten Nahrungsmittel (Reis, Hirse, Oel ..u.s.w.) haben sich über Nacht verdoppelt und es muss befürchtet werden dass es vermehrt Unruhen geben wird.
Auch TATIT ist betroffen, denn leider verdoppelt sich das Geld auf unserem Konto nicht, und es wird immer schwieriger werden, mit den uns zur Verfügung stehenden Geldmitteln vor Ort zu helfen.

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Die Regenzeit ist vorbei und es herrscht nun eine feuchte, schwer erträgliche Hitze.
Die Folgen der Überschwemmungen des vergangenen Monats werden mühsam repariert, während die westlichen Medien für diese Katastrophe wenig Interessen zeigen...

Tahoua
Der Schulanfang hat für alle unsere Schüler am 5. Oktober stattgefunden.
Mohamed und Ekam besuchen nun dieselbe Berufsschule für Informatik, Buchhaltung und Wirtschaft wie Djamila. Für die Aufnahme reicht dort der Level der Mittleren Reife.
Djamila, die in dieser Schule nun ihr zweites Schuljahr beginnt, hatte als freie Kandidatin für die Mittlere Reife kandidiert, ist aber erneut durchgefallen. Sie hat während der Schulferien ein Praktikum gemacht und es gefällt ihr sehr.
Mohamed und Ekam werden ebenfalls ihren Willen zum Erfolg beweisen müssen, denn diese Schule ist teuer (350 € pro Schüler nur für die Einschreibegebühren, das ist ein jährlicher Patenschaftsbeitrag !), und wir können es uns nicht erlauben sie mehrere Male dieselbe Klasse wiederholen zu lassen !
Mussa (zum zweiten Mal) und Bila werden es als Nächste mit der Mittleren Reife versuchen. Yussuf hat noch ein Jahr vor sich, Adamu zwei, und Albascharet ist eben in die erste Klasse der Sekundarschule eingetreten.
Unser Patenkind Mariama, das vorher in Niamey lebte, wohnt nun in Tahoua und geht hier in die Grundschule.
Mustafa besucht weiter ein Gymnasium in Nigeria, wo er mit der Familie seines Vaters lebt. Er bereitet sich für die Eintrittsprüfung in eine Krankenpflegerschule vor.

Assa, der frischgebackene Ehemann und Vater, hat während der Ferienmonate theoretische Kurse für sein Lehrerdiplom absolviert. Nun steht er wieder vor seinen Schülern. Seine junge Frau Todekat ist Anfang Oktober mit dem Baby Madel zu ihm nach Abalak gezogen.

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September 2009

Niger
Schwere Unwetter haben in ganz Westafrika grosse Schäden angerichtet. Die Sahelzone hat besonders gelitten, da dort eher Wassermangel herrscht und die ganzen Infrastrukturen Überschwemmungen nicht standhalten.
In Niger wurde ganz besonders die Stadt Agadez in Mitleidenschaft gezogen, aber mehrere Stadtviertel von Tahoua standen ebenfalls unter Wasser. Auch unser Haus war während mehreren Tagen von Wasser umringt, der Schaden hält sich aber glücklicherweise in Grenzen.

Bagga
Unser Anwesen, das erst kürzlich auf Kosten der Vorsitzenden renoviert wurde (neues Dach, neuer Verputz, neue Mauer) wurde von starken Stürmen und sintflutartigen Regenfällen erneut schwer beschädigt... und hier gibt es keine Versicherung die für den Schaden aufkommt!

Der sonst trockene Fluss stieg über seine Ufer und überschwemmte die Hirsefelder, die im August schon von hirsefressenden Vögeln in Mitleidenschaft gezogen wurden, sowie einen Teil des Gartens. Wir hoffen dass wenigstens ein Teil der Ernte gerettet werden kann.

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Juli-August 2009

Niger
Die Regenzeit ist noch im Gange. Der Regen fiel landesweit sehr unterschiedlich : im Süden des Landes stark und regelmässig, in der Mitte eher unregelmässig, und im Norden sehr spärlich bis gar nicht.
Da die Ernte von der Menge und der Regelmässigkeit der Regengüsse abhängig ist, dürfte die Bilanz 2009 je nach Gegend sehr gut bis sehr schlecht ausfallen.
Zu den klimatischen Problemen kommt leider eine neue Plage hinzu : Hirsefressende Vögel, die sich in Scharen über die Felder hermachen.
Viele Landwirte werden deshalb einer sehr ungenügenden oder sogar ausfallenden Ernte gegenüberstehen, während die Gesamtbilanz auf nationaler Ebene als gut bewertet wird.

Auch Tahoua wird in den letzten Tagen von starken Regenfällen heimgesucht. Der Fluss hat die angrenzenden Wohngebiete überschwemmt und viele Einwohner haben ihr Hab und Gut verloren. Es sind Todesopfer zu beklagen. Unser Haus wird auch nicht verschont bleiben, das Wasser steht bereits vor dem Tor... und die Wettervorhersage meldet weitere Regenfälle für die kommenden Tage.

Nigers Staatspräsident sollte laut Verfassung Ende Jahr seine Amtszeit beenden, aber nun hat ihm eine Volksabstimmung das Recht gegeben diese Verfassung zu ändern um drei Jahre länger an der Macht zu bleiben. Viele Nigrer sind nicht damit einverstanden, und es finden in der Hauptstadt Niamey sowie auch in den grösseren Städten des Landes Kundgebungen statt.

Bagga
Hier war die Regenzeit zufriedenstellend. Hirse, Sorgho, Bohnen und Erdnüsse, die während der Regenzeit gepflanzt werden, sind dieses Mal gut gewachsen.
Leider richten auch hier die getreidefressenden Vögel grossen Schaden an, so dass die Ernte weniger gut sein wird als noch vor kurzem angenommen wurde.

Fast alle in Bagga ansässigen Familien, auch diejenigen die eigentlich sesshaft werden wollten, sind in Richtung Norden gezogen. Diese Tradition ist bei den Tuareg-Nomaden so sehr verankert dass Madu sagt " Ein Tuareg der während der Regenzeit nicht mit seinen Tieren wegzieht, ist kein richtiger Tuareg mehr".
Nur zwei Familien sind geblieben, und unsere neue kleine Buschschule hat nur 7 Schüler bis die anderen Kinder zurückkommen, aber diese sind sehr fleissig.
Eine gute Nachricht : nach ihrer jüngeren Schwester Ischihidet, die seit Januar in Deutschland eine Patin (Marina) hat, hat nun auch Janata in Deutschland eine Patin gefunden, Sybille.

Der Regen und die feuchte Hitze haben wieder viele Anophelesmücken angezogen und zahlreiche Malariafälle verursacht, auch bei unseren Familien. Alle konnten gepflegt und geheilt werden.
Hingegen hat uns der Zustand eines kleinen Mädchens, Tewelt, grosse Sorgen gemacht. Sie hatte Diphteritis und wir haben bereits vor einigen Jahren zwei Kinder, Ibrahim und Yacine, wegen dieser schlimmen Krankheit machtlos sterben sehen, weil jede Hilfe zu spät kam. Dieses mal konnte Madu das Kind im Norden, wo ihre Familie nomadisiert, rechtzeitig holen und in dem Spital von Tahoua pflegen lassen. Sie ist wieder wohlauf, aber Ende August wurde ein zweiter Fall von Diphteritis im Camp von Tewelts Familie gemeldet. Das kranke Kind befindet sich nun in dem Spital von Tahoua, wo wir hoffen dass es gesundgepflegt werden kann.

Eine freudige Mitteilung : unser junges Ehepaar Todekat und Assa hat eine Tochter bekommen, Madel. Dem Baby und den Eltern geht es gut ! Wie die Tuaregtradition es verlangt ist Todekat, die bei ihrem Mann 100 KM nördlich von Tahoua lebt, für die Geburt zu ihrer Familie nach Bagga zurückgekehrt.

Tahoua
Ende Juli wurde uns die traurige Mitteilung gemacht dass schon wieder keiner unserer Schüler die Mittlere Reife bestanden hat.
Mohamed, Ekam und Jamila versuchten es bereits zum dritten Mal, und Mussa zum ersten Mal. Der erneute Misserfolg der drei ersten erstaunt uns umso mehr weil sie hart gearbeitet hatten und sich des Erfolges sicher waren. Nun stellt sich ernsthaft die Frage wegen ihrer Zukunft. Djamila besucht eine Informatikschule und stellte sich als freie Kandidatin. Immerhin hat sie es geschafft, in ihrer Schule in die nächst höhere Klasse Klasse aufzusteigen und wird dort Ende 2010 die Abschlussprüfung machen.
Ekam will nun dieselbe Schule wie Djamila besuchen, aber sie ist teuer und wir wissen noch nicht ob wir seinen Wunsch erfüllen können. Mohamed wusste vor den Ferien noch nicht was er machen wollte, und Madu wird mit ihm ein ernsthaftes Gespräch führen sobald er aus dem Norden, wo er mit seiner Familie nomadisiert, zurück ist.
Alle anderen Schüler haben den Aufstieg in die obere Klasse geschafft.
Der nächste Schulanfang findet im Oktober statt.

Wir haben nun kein Patenkind in Niamey mehr. Mariamas Mutter hat sich scheiden lassen und ist mit ihren drei Mädchen zu ihrer Familie nach Tahoua zurückgekehrt. Alle drei werden in Tahoua zur Schule gehen.

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Juni 2009

Niger
Die Zeit vor den nächsten Präsidentschaftswahlen, die Ende des Jahres stattfinden sollen, ist ziemlich bewegt. Es finden grosse Kundgebungen statt um das amtierende Staatsoberhaupt, M. Tanja, daran zu hindern ein drittes Mal zu kandidieren , da ihm das aktuelle Gesetz nur zwei fünfjährige Amstperioden erlaubt. Andererseits befürwortet ein Teil der Bevölkerung ein drittes Mandat, so dass zu befürchten ist dass jedes Wahlergebnis einen grossen Teil der Bevölkerung verärgert , und somit Unruhen zur Folge haben wird.

Bagga
Nach einem verfehlten Start im Mai, hat die Regenzeit nun wirklich begonnen.
Leider mussten die Felder und die Gärten neu bebaut werden, da weder die Hirse noch die Bohnen, die im Mai gepflanzt wurden, die Hitze und den fehlenden Regen überlebt hatten. Nun wächst aber alles gut, und es bleibt zu hoffen dass es weiter regelmässig regnen wird !
Leider haben die Nomadenfamilien die im Norden nomadisieren, weniger Glück, denn dort ist noch nicht viel Regen gefallen und es sieht für die Weideplätze schlecht aus.

Der Garten : alle drei Pumpen sind repariert. Die zwei Solarpumpen konnten dank Philippes telefonischen Ratschlägen wieder in Betrieb gesetzt werden, und in Niamey wurde ein Ersatzteil für die defekte Vergnet-Pumpe gefunden. Nun können sich die Leute wieder mit Trinkwasser versorgen.

Tahoua
Unsere Schüler stecken mitten im "Prüfungsfieber" : die Aelteren für die "Mittlere Reife", die Jüngeren für den Sprung in die nächste Klasse. Noch machen sie Testläufe, aber die richtigen Prüfungen erwarten sie Mitte Juli !

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Mai 2009

Niger
Niger befindet sich im Wahlkampffieber : Ende dieses Jahres wird der neue Staatspräsident gewählt.
Die Regierung will nun ernsthaft eine friedliche Lösung für die Tuareg-Rebellion im Norden suchen. Die Tatsache dass kürzlich die nigrische Regierung und die französische Firma Areva gemeinsam in dieser Zone eines der grössten Uranbergwerke der Welt einweihten, dürfte diese Bemühungen auch weiterhin vorantreiben!
Am 27. Mai wurde der grosse Markt von Niamey (grand marché) vollständig von einem Brand vernichtet. Nicht nur die Einwohner von Niamey, sondern alle Nigrer sind bestürzt.

Bagga
Anfang Mai kam das erste Gewitter, und mit ihm die Hoffnung dass die Regenzeit begonnen hat. Sofort machten sich die Leute für den "Regenzeit-Anbau" ans Werk : es wurden schleunigst im Garten Bohnen und auf den Feldern Hirse gepflanzt.
Es muss dann aber weiterregnen, damit alles wächst. Leider ging der Monat Mai zu Ende ohne dass sich eine neue Wolke am Himmel blicken liess. Nicht nur der fehlende Regen, sondern auch die glühende Hitze liess den neuen Pflanzungen keine Überlebenschance : alles verbrannte, und die Leute stehen nun verzweifelt vor ihren leeren Gärten und Feldern.

Auch unsere drei Pumpen lassen uns im Stich !
Die Vergnet Tretpumpe hat wahrscheinlich nur eine defekte Dichtung. Madu hofft in Niamey ein passendes Ersatzteil zu finden um so schnell wie möglich die Pumpe wieder in Betrieb setzten zu können, denn sie versorgt Bagga mit Trinkwasser.
Leider verweigern die zwei Solarpumpen ebenfalls den Dienst, obwohl genügend Wasser in den Brunnen vorhanden ist, und da wird es wahrscheinlich schwieriger sein die Panne zu beheben. Nachdem man vergebens vor Ort versucht hat die Ursache der Störung zu finden, wird einer unserer "Elektriker ohne Grenzen" versuchen am Telefon von Frankreich aus Pannendienst zu leisten.

6. Juni : die zwei Solarpumpen konnten wieder in Betrieb gesetzt werden. Wir hoffen nun dass auch die Vergnet Pumpe bald wieder einsatzfähig sein wird.

Wie jedes Jahr in dieser Jahreszeit haben alle Nomadenfamilien die Camps im Tal von Bagga verlassen und sind in Richtung Norden gezogen. Zwei der in Bagga ansässigen Familien sind ebenfalls mit ihren Kindern und Tieren vor Einbruch der Regenzeit (die hoffentlich bald eintreffen wird) in eine andere Gegend gezogen. Damit verringert sich die Zahl der Schüler in unserer neuen Schule bis zur nächsten Trockenzeit um die Hälfte, aber die sesshaften Kinder besuchen sie fleissig weiter...

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April 2009

Es ist in dieser Jahreszeit in Niger immer sehr heiss, aber dieses Jahr herrschen in den meisten Gegenden abnormal hohe Temperaturen.
Diese Hitze hat dramatische Auswirkungen auf die Landwirtschaft, denn die Kulturen verbrennen in den Gärten.

In Bagga besitzen wir nun ein leistungsfähiges modernes Bewässerungssystem am Boden, leider kann es nicht verhindern dass die Pflanzen von oben von der Sonne verbrannt werden.
Die anfangs des Jahres gepflanzten Kartoffeln, Tomaten, Zwiebeln, Paprikaschoten und Mohrrüben konnten noch rechtzeitig geerntet werden, aber nun kann kein neues Gemüse mehr gepflanzt werden.
Leider werden die Mangos jedes Jahr erst im Juni reif, und Madu schätzt dass dann höchstens 20 % der Früchte überlebt haben werden.

Den Menschen und den Tieren geht es nicht viel besser als den Pflanzen. Schon jetzt finden die Tiere auf den Weideplätzen kein Gras mehr und bei den Menschen schwinden die Nahrungsmittelreserven. Es ist leider voraussehbar dass dieses Jahr die ohnehin gefürchtete "Überbrückungszeit" bis zur nächsten Regenzeit und Ernte besonders dramatisch werden wird.

In Tahoua hat ein von Besuchern eingeschleppter Masernfall bei unseren Schülern für etwas Unruhe gesorgt. Das kranke Kind wurde im Spital gesund gepflegt und die anderen Kinder gegen Masern geimpft. Nun ist alles wieder in bester Ordnung !

Zum Glück gibt es aber auch gute Nachrichten : Assa ist in seiner Stelle als Lehrer sehr glücklich und seine junge Ehefrau Todekat ist zu ihm gezogen. Beide haben sich gut in dem ca 100 KM entfernten Dorf, in dem Assa's Schule ist, eingelebt.

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März 2009

Bagga
Anfang März konnte die neue Schulhütte neben unserem Haus eröffnet werden.
Es ist Usman, der schon die Nomadenkinder in "unserer ersten Buschschule" unterrichtete, der nun in Bagga vorerst den Kindern der sesshaften Familien die Grundbegriffe von Lesen, Schreiben und Rechnen beibringen wird. Wir hoffen aber die Nomadenfamilien in den Camps dazu überreden zu können einige ihrer Kinder in diese Schule zu schicken, zumindest während der Trockenzeit, wenn sie sich im Tal von Bagga niederlassen.
Damit sie motiviert sind die Schule regelmässig zu besuchen, bekommen die Kinder während der Schulpause am Vormittag und am Nachmittag einen Imbiss. Denn es ist nicht einfach für diese Kinder, die es eher gewöhnt sind im Busch den Ziegen, Schafen und Kamelen hinterher zu rennen, während Stunden im Unterricht still zu sitzen.

Mit der heissen Jahreszeit ist auch die Meningitis (Hirnhautentzundung)wieder aktuell. Sie hat schon viele Todesopfer in Niger verursacht und auch die Gegend von Tahoua/Bagga wurde nicht verschont. Leider ist in einem unserer Camps ein zwölfjähriges Mädchen daran gestorben. Madu hat sofort 173 Kinder impfen lassen.

Es werden in Niger aktiv Informationskampagnen zur Prävention von Aids durchgeführt; leider werden die im Busch lebenden Nomaden so gut wie nicht davon betroffen. So hat Madu beschlossen einige dieser Aids-Filme auszuleihen und sie mittels eines Stromerzeugers in den Camps vorzuführen. Um die jungen Leute in die Vorführung zu locken, wird zuerst ein Film vorgeführt, der ihrem Geschmack entspricht : Kung Fu, Western... Danach kommt dann der Aidsfilm. Bis jetzt hat Madu festgestellt dass es die Frauen sind, die sich am meisten dafür interessieren.

Dezember 2008 und Januar 2009 :

siehe "Letzter Brief der Vorsitzenden/Januar 2009"

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November 2008

Tahoua
Der Schulanfang 2008/2009 hat im Oktober problemlos stattgefunden.

Das ganz neue Institut für Technologien wurde offiziell eingeweiht. Die Studenten können sich mit der Mittleren Reife oder dem Abitur auf Berufe im Sektor des Bankenwesens und der Betriebsverwaltung vorbereiten.Später wird eine Sparte "Hotellerie und Tourismus" dazukommen.

Bagga :
Die Rückkehr der Nomadenfamilien in das Tal von Bagga wurde wie jedes Jahr von Konflikten mit den sesshaften Landwirten begleitet. Oft hängt es nur an einem Faden dass diese Streitigkeiten nicht zu einem offenen interethnischen "Krieg" führen und Madu verbringt viel Zeit damit die erhitzten Gemüter zu beruhigen.

Die Preise aller Nahrungsmittel steigen weiter und der Kauf von Reis und Hirse wird für unsere Familien immer schwieriger.

September 2008

Während sich bei uns die Natur langsam mit Herbstfarben ziert, geht in Niger die Regenzeit zu Ende. Nun beginnt dort eine Zeit, die sehr unangenehm ist. Die Feuchtigkeit lässt die Hitze fast unerträglich erscheinen, und die zahlreichen Anopheles-Mücken, die aus allen vom Regen hinterlassenen feuchten Stellen entschlüpfen, sorgen für eine dramatische Steigerung der Malaria Anfälle. Unsere Nomadenfamilien und unsere Schüler in Tahoua werden nicht verschont. Madu hat schon zahlreiche Kranken aus den Camps in das Spital von Tahoua transportiert, wo sie gesundgepflegt wurden. Leider gibt es immer noch keinen Impfstoff gegen diese schreckliche Krankheit, und auch kein Mittel mehr das von den Einheimischen zur Prävention genommen werden könnte. Moskitonetze sind zwar während der Nacht sehr hilfreich ...aber um 19 Uhr bricht leider die Nacht, und somit die Moskito Plage, schon an. Es gibt nun zwar Heilmittel, die sehr effizient sind, leider sind sie für die meisten Familien dort zu teuer. Und keine Krankenkasse kommt für die Gesundheitskosten auf, die auch von den Ärmsten bezahlt werden müssen. Immerhin hat neuerdings die nigrische Regierung die Kostenfreiheit für die Kinder bis zum fünften Lebensjahr eingeführt.

Tahoua
Alle unsere Schüler sind schon nach Tahoua zurückgekommen um sich auf den Schulanfang, der Anfang Oktober stattfinden wird, vorzubereiten. Sie müssen in den verschiedenen Schulen eingetragen werden, das Schulgeld für das kommende Schuljahr muss bezahlt werden. Auch kommen viele Ausgaben auf uns zu : neue Schuluniforme, neue Kleider und Schuhe, neues Schulmaterial, und auch die Fahrräder müssen wieder Instand gestetzt werden. Nachdem sie einen Teil ihrer Ferien mit ihren nomadisieren Familien verbracht haben, freuen sich unsere Schüler auf das neue Schuljahr.
Mohamed, Ekam und Djamila, die zum dritten Mal bei der Prüfung für die « Mittlere Reife » durchgefallen sind, müssen es in einer neuen Klasse mit neuen Lehrern ein viertes Mal versuchen, da diese Prüfung für ihre Zukunft sehr wichtig ist. Zum Glück spielen hier weder das Alter noch die Jahre eine Rolle, und es gibt auch kein Limit für die Wiederholung eines Schuljahres.
Unser ältester Schüler, Assa, bereitet sich auf das Abitur vor. Er hat sich nun von seinen ehemaligen Mitschülern, die von Mussa eingeholt wurden, eindeutig distanziert.
Albacharet startet ihr letztes Primarschuhljahr, während sich Bila, Yussuf und Adamu langsam aber sicher der Mittleren Reife nähern.
Die Älteren Schüler sind nun keine Kinder mehr, sondern Erwachsene die gerne eine Berufslehre beginnen möchten...aber dafür müssen sie zuerst mindesten die Mittlere Reife bestehen.

Bagga
Alle unsere Nomadenfamilien befinden sich noch im Norden ; sie können erst wieder in die Gegend von Bagga zurückkommen wenn die Ernte vorbei ist und die Felder für sie wieder zugänglich sind. Wegen dem spärlichen Regen hat es nicht viel Gras auf den Weideplätzen und die Tierzüchter müssen mit ihren Tieren lange Strecken zurücklegen damit diese einigermassen satt werden können. Trotzdem gibt es glücklicherweise keine grossen Verluste zu beklagen.

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August 2008

Heftige Regenfälle haben im Süden des Landes schwere Überschwemmungen verursacht. Hingegen ist der Regen nördlich von Tahoua selten geworden und unsere Nomadenfamilien haben Mühe, Weideplätze für ihre Tiere zu finden.

Bagga
Das Reifen der Hirse wird problematisch werden falls nicht bald grössere Regenfälle die Lage bessern.

Tahoua :
Unsere drei Schüler Mohamed, Ekam und Djamila sind bei ihrem dritten Versuch, die Mittlere Reife zu bestehen, erneut durchgefallen. Nun wissen wir noch nicht wie es für sie weitergehen soll.
Auf nationaler Ebene haben von den 46.837 Kandidaten, die sich vorgestellt haben, 14.333 die Prüfung bestanden, was eine Erfolgsquote von 30,6% bedeutet, gegen 19,6% letztes Jahr.

Juli 2008

Bagga
Es regnet endlich ! Auf den Feldern wurde die Hirse und in unserem Gemüsegarten Bohnen gepflanzt.
In unserem Obstgarten sind die Mangos reif. Unsere Familien können reichlich davon essen und trotzdem einen Teil auf dem Markt verkaufen.

Leider ist die Situation auf dem Nahrungsmittelmarkt wie jedes Jahr um diese Jahreszeit prekär. Die Hirsereserven schwinden und die Preise steigen. Auch in Bagga wurde die Lage dramatisch genug um eine Nothilfe zu rechtfertigen.So konnten ende Juni von dem Tatitkonto 53 Säcke ad 100 KG Hirse gekauft werden.
Im Juli hat die nigrische Regierung mit einem Notplan reagiert : die Hirse wird den Armen zu billigeren Preisen verkauft. Wir hoffen dass auch unsere Nomaden in Bagga diese verbilligte Hirse kaufen können.

Tahoua :
Das Schuljahr ist zu Ende, unsere Schüler wurden alle in die höhere Klasse versetzt, nun können sie ihre Ferien geniessen.
Mohamed, Ekam und Jamila haben die Mittlere Reife hinter sich, aber die Resultate werden erst ende Juli bekannt werden.

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Juni 2008

Die Regenzeit hat begonnen, zumindest im Süden des Landes.
In Bagga hat es zwar einige Schauer gegeben, aber das reicht noch nicht um mit der Bebauung der Hirsefelder beginnen zu können.

Die Nomadenfamilien, die während der Trockenzeit in Stohhütten auf den leeren Hirsefeldern leben, müssen die Gegend bis Mitte Juni verlassen und in Richtung Norden ziehen.

Bagga
Unsere zwei "Elektriker ohne Grenzen" konnten im Mai ihre Arbeit in Bagga zu einem erfolgreichen Ende führen. Sie haben im Garten zwei mit Solarenergie gesteuerte Bewässerungssysteme installiert und in Betrieb gesetzt.
Auf dem kleinen Markt von Bagga-Gao wurden die Petroleumlampen durch Solarenergie ersetzt. In unserem Laden steht nun ein Kühlschrank der mit einer Solarzelle verbunden ist, so dass wir endlich Medikamente lagern können.
Achmadu konnte in die Betreuung der Anlagen eingeweiht werden.
Ein ganz herzliches Dankeschön an unsere beiden "Philippe" die sich diese Aufgabe sehr zu Herzen genommen und sie mit grosser Begeisterung ausgeführt haben.

Die neuen Solaranlagen( Fotos Philippe Roche)von der Firma LORENTZ Gmbh&Co (24558 Henstedt-Ulzburg)

Dank Spenden werden noch rechtzeitig vor dem Beginn der Regenzeit für zwei Familien, die in Strohhütten wohnen und sesshaft werden wollen, zwei neue Lehmhäuser gebaut werden. Bald werden beide Familien, die eine mit vier, die andere mit elf Kindern, in ihren eigenen "vier Wänden"wohnen.

Tahoua :
Mohamed, Ekam und Djamila wollen es Ende Juni mit der "Mittleren Reife"ein drittes Mal versuchen.
Die anderen Schüler können es kaum erwarten ihre Noten zu bekommen und zu erfahren ob sie in die nächst höhere Klasse versetzt werden.
Alle Schüler werden Anfang Juli Tahoua verlassen und zu ihren Eltern in die Camps ziehen. Dort werden sie während der Schulferien wieder Nomadenkinder wie die anderen sein.

Die Vereinigung

Da Alicia keine Zeit mehr hat sich um unsere Homepagezu kümmern und sich Freiwillige, die diese Arbeit übernehmen wollen, nicht finden liessen, hat sich die Vorsitzende an die Arbeit gemacht und lernt nun selber damit umzugehen.
Dieser Webmaster-Wechsel hat eine nochmalige Änderung unserer Internetadresse mit sich geführt...hoffentlich wird sie die letzte sein!
In der nächsten Zeit wird beim Eingeben einer der zwei alten Adressen automatisch die neue Adresse erscheinen.

In der Zukunft wird das "updating" der Homepage öfters erfolgen und die letzen Nachrichten werden auf dieser Seite erscheinen sobald sie bekannt sind.

Neue Internetadresse : www.touareg-bagga.org








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